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Prozess um Mord an Tupac Shakur geht in Endphase
Knapp drei Jahrzehnte nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur nähert sich der Prozess gegen einen mutmasslichen Drahtzieher im Bundesstaat Nevada dem Ende. Nach neun Verhandlungstagen in Las Vegas werden kommende Woche die Abschlussplädoyers erwartet, danach sollen zwölf Geschworene über den Fall entscheiden.
Der frühere Gang-Anführer Duane Davis war 2023 in der Glücksspielmetropole festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Im Fall einer Verurteilung droht dem 63-Jährigen eine lebenslange Gefängnisstrafe.
Berühmter Rapper starb mit 25 Jahren
Am 7. September 1996 wurde Shakur aus einem fahrenden Auto heraus angeschossen. Er selbst sass in einem anderen Wagen, als ihn die Kugeln trafen. Sechs Tage später erlag der damals 25 Jahre alte Hiphop-Star seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Der Rapper war in der Tatnacht mit Suge Knight, Mitbegründer des für Gangsta-Rap bekannten Labels Death Row Records, unterwegs gewesen. Nachdem sich die beiden in der Casino-Stadt einen Boxkampf von Mike Tyson angesehen hatten, kam es in einem Hotel zu einer Schlägerei. Dabei wurde ein Neffe des Angeklagten von Shakur und dessen Gefolgsleuten verprügelt. Davis und sein Neffe gehörten einer südkalifornischen Bande an, die mit der Gang, der Suge Knight nahestand, verfeindet war.
Jury sieht Video von Prügelei
Den Geschworenen wurden Videoaufnahmen von der Prügelei gezeigt. Die Anklage ist überzeugt: Um den Angriff auf seinen Neffen zu vergelten, heckte Davis danach den Mordplan aus. Er habe die Tatwaffe besorgt und sie dann den Männern auf der Rückbank des Autos gereicht, in dem er sass, um auf Shakur und Knight zu schiessen.
Widersprüchliche Aussagen
Davis hatte in der Vergangenheit mehrfach und auch in Polizeiverhören darüber gesprochen, dass er in jenem Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse abgefeuert wurden. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren "Compton Street Legend" schrieb er über den Vorfall. Später bestritt er in TV-Interviews, überhaupt in Las Vegas gewesen zu sein.
Verteidiger Michael Sanft stellte seinen Mandanten als Lügner und Angeber dar, der viele Dinge erfunden habe, um daraus Kapital zu schlagen. Sanft hielt den Ermittlern zudem vor, bei der Untersuchung des Vorfalls viele Fehler gemacht und keine wasserdichte Argumentationskette vorgelegt zu haben. So sei die Mordwaffe nie gefunden worden und es gebe auch keine echten Fakten oder physischen Beweismittel dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war.
Im Laufe des Verfahrens sagten auch Polizisten, Augenzeugen und Mitglieder der Rap- und Gangszene aus. Der Angeklagte trat selbst nicht in den Zeugenstand. Auch Rap-Mogul Suge Knight, der in der Mordnacht neben Shakur am Steuer sass, wurde nicht vorgeladen. Er sitzt derzeit eine Haftstrafe wegen Totschlags ab.

















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