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Keystone-SDA | Freitag, 03. Juli 2026

Regierungschef von Moldau tritt überraschend zurück

In der Republik Moldau hat Ministerpräsident Alexandru Munteanu nach etwas mehr als acht Monaten Amtszeit überraschend seinen Rücktritt erklärt.

"In dem Moment, als mir klar wurde, dass ich mein Mandat nicht mehr im Einklang mit meinen Grundsätzen und Überzeugungen ausüben kann, habe ich mich entschieden, zurückzutreten", schrieb der Regierungschef auf Facebook. Einen konkreten Anlass nannte der 62-Jährige nicht. Der parteilose Investmentbanker hatte das Amt erst im November 2025 angetreten. Sein Rücktritt zieht automatisch das Aus der gesamten Regierung nach sich.

In Medien wird über einen Zusammenhang mit jüngsten Skandalen spekuliert. Da ging es um gefälschte Zeugnisse des Chefs der Flugsicherheitsbehörde Moldatsa und Bestechungsgelder bei Staatsangestellten sowie hoch bezahlten Jobs einer Cousine von Präsidentin Maia Sandu.

Sandu versuchte auf einer eilig anberaumten Pressekonferenz, den Verdacht der Einflussnahme auszuräumen. "Er hatte die uneingeschränkte Freiheit, die Regierung so zu führen, wie er es für richtig hielt", sagte sie laut dem Portal Newsmaker. Sie will nächste Woche nach Rücksprache mit den Parlamentsfraktionen einen neuen Kandidaten präsentieren. Ihre prowestliche Partei Aktion und Solidarität hat im Parlament die Mehrheit inne.

Der verarmte Agrarstaat zwischen EU-Mitglied Rumänien und der Ukraine ist seit 2022 ein Beitrittskandidat der Europäischen Union.

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