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Reussers Machtdemonstration - Tages- und Tour-Sieg für die Bernerin
Marlen Reusser gewinnt zum dritten Mal nach 2023 und 2025 die Tour de Suisse. Die Bernerin erweist sich auch am Schlusstag bei der Bergankunft in Villars-sur-Ollon als Stärkste.
Der Schlusstag der Tour de Suisse in den Waadtländer Alpen wurde für Marlen Reusser zur Triumphfahrt. Die 34-Jährige war nach einer komplizierten ersten Saisonhälfte, in welcher sie von Sturzverletzungen zurückgeworfen worden war, "nicht mit dem grössten Selbstvertrauen" zur Heimrundfahrt angereist, wie Reusser im Siegerinnen-Interview sagte.
Trotz den nicht idealen Vorzeichen legte die Zeitfahr-Weltmeisterin in dieser Wochen einen Steigerungslauf hin. Zudem überwand sie auch eine schwierige Situation am Donnerstag, als sie im Etappen-Finale in Locarno falsch abgebogen war und deshalb mehr als 20 zusätzliche Sekunden auf ihre vermeintlich stärkste Kontrahentin Elisa Longo Borghini verloren hatte.
Doch in ihrer Paradedisziplin Zeitfahren am Samstag wie auch in der abschliessenden Bergetappe - mit über 3000 Höhenmetern auf 100 km die schwierigste überhaupt seit der Neulancierung der Schweizer Landesrundfahrt 2021 - zeigte sich Reusser jederzeit auf der Höhe des Geschehens.
Longo Borghini mit überraschend frühem Angriff
Am Schlusstag ging die Gesamtzweite Elisa Longo Borghini bereits früh in die Offensive. "Überraschend früh", wie auch Reusser nach dem Rennen sagte. Doch der Vorstoss der Italienerin, die nach drei von fünf Etappen noch das Maillot jaune in Besitz und dabei fast eine Minute Vorsprung auf Reusser hatte, verpuffte rasch.
Es war - bei dieser grossen Hitze - von Longo Borghini wohl ein Angriff nach dem Prinzip Hoffnung. Denn kurze Zeit später und mehr als 50 km vor dem Ziel verlor die italienische Meisterin, die den Schlusstag mit nur zehn Sekunden Rückstand in der Gesamtwertung in Angriff genommen hatte, den Anschluss an die Spitzenfahrerinnen um Reusser. "Was ihr passiert ist, hätte auch mir passieren können. Es ist heiss, es ist hart", so die Schweizerin.
Gesamtsieg mit 1:31 Minuten Vorsprung
Villars-sur-Ollon sollte Longo Borghini letztlich mit fast zehn Minuten Rückstand erreichen, womit sie in der Gesamtwertung noch vom Podest fiel. Den Kampf um den Tagessieg entschied Reusser mit einem Angriff rund 700 m vor dem Ziel zu ihren Gunsten. Im Sprint um Platz 2 behielt Cédrine Kerbaol gegenüber Kasia Niewiadoma-Phinney die Oberhand.
Im Gesamtklassement lag die Französin am Ende als Zweite um 1:31 Minuten hinter der nun dreifachen Tour-de-Suisse-Siegerin zurück. Die Polin Niewiadoma, die im Schlussanstieg lange das Tempo forciert hatte, stiess noch um drei Positionen in den 3. Rang vor (2:02 zurück).
Für Reusser ist es bei ihrer dritten Teilnahme an der Schweizer Landesrundfahrt in den letzten vier Jahren der dritte Gesamtsieg. Ihr Vorsprung - jeweils auf die heuer abwesende Niederländerin Demi Vollering - war damit grösser als bei ihren Siegen 2023 (1:02 Minuten) und 2025 (36 Sekunden).
Der dritte Sieg sei für sie insofern anders, so Reusser, "weil ich nicht wie in den anderen zwei Jahren in Topform war. Ich bin richtig glücklich, dass ich so zurückkommen konnte (in dieser Woche). Ich hätte es mir nicht besser wünschen können."
Häberlin wiederum stark
Zweitbeste Schweizerin im Tages- wie auch im Schlussklassement war Steffi Häberlin. Die Schweizer Meisterin zeigte hinauf nach Villars-sur-Ollon eine starke Leistung und klassierte sich mit knapp zweieinhalb Minuten Rückstand als Sechste. Ebenfalls Platz 6 gab es in der Gesamtwertung, in welcher die 28-jährige Thurgauerin 5:04 Minuten auf Reusser einbüsste.



















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