Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Schah-Sohn ändert Botschaft an Protestbewegung
Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung gemässigtere Töne angeschlagen. "Ich bitte Sie alle, sich mit Ihren Freunden und Familienangehörigen in Gruppen auf die Hauptstrassen der Städte zu begeben. Trennen Sie sich unterwegs nicht voneinander oder von der Menschenmenge und nehmen Sie keine Seitenstrassen, die Ihr Leben gefährden könnten", sagte Pahlavi laut einer englischen Übersetzung seiner Rede, die auf X veröffentlicht wurde.
Am Samstag hatte der im Exil in den USA lebende Pahlavi noch zu landesweiten Streiks aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen. Er forderte ausserdem Demonstranten dazu auf, zentrale Plätze in Städten zu besetzen und zu kontrollieren. Wegen einer fast vollständigen Internetsperre im Iran ist nicht bekannt, ob und in welchem Ausmass Menschen seinem Aufruf gefolgt sind.
Kritiker: Aufruf brachte Demonstranten in Gefahr
Ein Kritiker schrieb auf Englisch auf X, Pahlavi hätte in seiner Erklärung zu Disziplin und Gewaltlosigkeit aufrufen sollen. Sein Aufruf, "die Zentren der Städte zu erobern und zu kontrollieren", bringe Demonstranten in Gefahr. Angesichts der zu erwartenden Reaktion der schiesswütigen iranischen Behörden halte er diesen Ansatz für unverantwortlich.
Aus seinem Exil heraus beansprucht Pahlavi eine Führungsrolle in der Opposition. Viele Menschen im Iran setzen ihre Hoffnungen auf Unterstützung aus dem Ausland. Bei den aktuellen Massenprotesten ertönte auch der Slogan "Lang lebe der König" – ein direkter Hinweis auf Pahlavi. Dessen aktueller Erfolg sei jedoch weniger seinen Führungsqualitäten zu verdanken, schrieb der iranische Kritiker Sadegh Sibakalam, sondern vielmehr der Unfähigkeit, Misswirtschaft sowie den Fehlentscheidungen der Staatsführung geschuldet.
















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