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Wirtschaft
Keystone-SDA | Donnerstag, 15. Januar 2026

Schweiz bleibt reiselustig - Tui blickt optimistisch auf den Sommer

Tui Suisse startet mit Rückenwind ins Reisejahr 2026. Der Reisekonzern profitiert von der anhaltend hohen Reiselust der Schweizerinnen und Schweizer. Gleichzeitig verändert KI die Branche, während ein möglicher Trump-Effekt bei USA-Reisen nur schwer zu beziffern ist.

"Im Winter zieht es unsere Gäste an die Sonne - besonders nach Thailand und auf die Malediven", sagte Tui-Schweiz-Direktor Philipp Czapiewski an einem Medienanlass am Donnerstag. Bei den Nahzielen dagegen führt Ägypten die Hitliste an.

Deutlich wichtiger bleibt jedoch das Sommergeschäft. "Das Volumen ist rund doppelt so hoch wie im Winter", so Czapiewski. Die Frühbuchungen signalisierten bereits eine starke Nachfrage für die Sommersaison 2026, vor allem bei Familien.

Neues Angebot für Familien mit neurodiversen Kindern

Tui setzt auf ein differenziertes Markenkonzept, zu dem auch die bekannten Robinson Clubs gehören. Neu gibt es auch Angebote für Familien mit neurodiversen Kindern, darunter Kinder mit Autismus oder ADHS: Sensorikräume mit ruhigen Zonen, gedämpftem Licht und klaren Strukturen sollen für diese Personen stressfreie Ferien ermöglichen.

Besonders beliebt im Sommer sind bei Herrn und Frau Schweizer die Nahziele Antalya, Kreta und Mallorca. Bei den Fernzielen liegen die USA vor Thailand und den Malediven.

USA-Geschäft unter Erwartungen

Ausgerechnet bei der Top-Destination USA hatte sich Tui in Sachen Buchungen allerdings mehr erhofft. "Wir hatten gute Vorzeichen mit dem starken Franken gegenüber dem Dollar und der anstehenden Fussball-WM", sagte Czapiewski.

Ob US-Präsident Donald Trumps Politik dabei eine Rolle spiele, lasse sich nicht beurteilen. Es sei "ein Potpourri aus verschiedenen Effekten", auch der Trend zu kurzfristigeren Buchungen spiele mit - entsprechend bestehe weiterhin Hoffnung auf anziehende Nachfrage.

KI verändert Kundenverhalten

Gleichzeitig verändert KI auch bei Tui das Geschäft. "Die Online-Suche verändert sich mit ChatGPT und ähnlichen Tools - für uns ist es zentral, dort relevant zu bleiben", betonte Czapiewski. Ziel sei es, dass potenzielle Kundinnen und Kunden bei KI-gestützten Reisesuchen auch auf Angebote von Tui stossen. Google bleibe aber weiterhin sehr wichtig.

Die persönliche Beratung in den Reisebüros werde durch digitale Kanäle aber nicht ersetzt, sondern ergänzt, so Czapiewski. Auch jüngere Kundinnen und Kunden gingen weiterhin ins Reisebüro. Zudem sei eine Buchung im Reisebüro nicht teurer als online. Tui betreibt in der Schweiz 49 Filialen.

Wettbewerb unverändert

Nach der Hotelplan-Übernahme durch Dertour änderte sich am Wettbewerbsumfeld nach Ansicht von Tui nichts spürbar. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht, bestätigt aber erneut gestiegene Umsätze und Gewinne im Geschäftsjahr 2024/25 (per Ende September).

Der Tui-Konzern mit Hauptsitz in Hannover setzt rund 24 Milliarden Euro um. In der Schweiz beschäftigt Tui rund 380 Mitarbeitende.

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