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Keystone-SDA | Freitag, 05. Juni 2026

Schweizer Equipe triumphiert beim CSIO St. Gallen im Nationenpreis

Die Schweizer Equipe gewinnt den mit 250'000 Euro dotierten Nationenpreis beim CSIO St. Gallen. Der eigentliche Sieger heisst Jason Smith, der mit zwei Blankoritten den Grundstein zum Triumph legt.

Das Team mit den Routiniers Steve Guerdat auf Iashin Sitte und Martin Fuchs mit Lorde sowie den WM-Aspiranten Jason Smith im Sattel von Picobello und Alain Jufer auf dem Rücken von Dante musste 9 Strafpunkte hinnehmen und hielt somit neun Nationen klar auf Distanz. Platz 2 ging an Österreich mit 16 Zählern, Dritter wurde Grossbritannien mit 17 Punkten. Es ist dies nach 2022 und 2023 der dritte Schweizer Sieg in der jüngeren Vergangenheit.

Der Mann des Tages war Jason Smith, der mit zwei fehlerlosen Ritten endgültig die Visitenkarte für das WM-Ticket in Aachen abgab. Der gebürtige Schotte, der seit 2024 für die Schweiz reiten darf und erstmals den Nationenpreis in St. Gallen bestritt, steht derzeit als WM-Kandidat neben den gesetzten Guerdat und Fuchs auf dem Prüfstand. Der 35-Jährige und sein Hengst Picobello lösten die Aufgabe mit zwei Blankoritten hervorragend. Dies gelang auf dem Gründenmoos nur noch einem weiteren Paar.

Ein Traum wird wahr

"Es war mein Ziel, mich hier im besten Licht zu zeigen. Dass es derart gut gelungen ist, kann ich immer noch nicht fassen", meinte der Reiter, der mit seiner Frau in der Nähe von Luzern einen Ausbildungsstall betreibt. "Doppel-Nuller und gewinnen, es ist ein Traum."

Leicht höher wird der Selektionsdruck nun auf den Schultern von Alain Jufer lasten. Der Jurassier hatte im Winter-Halbjahr mit Dante die Qualifikation für den Weltcupfinal geschafft, verzichtete aber auf die Reise in die USA, um den Wallach zu schonen. Im ersten Umlauf kam kurz vor Schluss ein Abwurf, in der Reprise misslang ihm die Schlusslinie mit gleich drei Fehlern. "Ich wollte es im zweiten Umgang besser machen, aber es wurde noch schlimmer. Ich bin enttäuscht von meiner Reiterei", betonte Jufer. Dieses Gefühl überwog, obwohl auch er zum Sieg beigetragen hat.

Ein viertes Paar wird gesucht

Jufer und Smith ritten ihre Top-Pferde Dante und Picobello und wollten sich mit einer starken Leistung für das WM-Team in Aachen empfehlen, wo im August bereits die erste Tranche der Olympia-Tickets 2028 für Los Angeles vergeben wird. Vier Paare bilden eine Mannschaft. Fuchs und Guerdat, die mit ihrem Können und Beritt eh für die Top-Events gesetzt sind, liessen an diesem Wochenende für St. Gallen ihre Top-Pferde Leone Jei und Dynamix im Stall. Fuchs brachte 8 und 0 Strafpunkte ins Ziel, Guerdat 4 und 1.

Jufer und Smith müssen ihren Platz im WM-Team primär gegen Nadja Peter Steiner mit Mila, Barbara Schnieper auf Canice oder Edouard Schmitz mit Gamin behaupten. Noch hat der Equipenchef Peter van der Waaij aber gut einen Monat Zeit. Mit den Fünfsterne-Events in La Baule, Rotterdam und Falsterbo stehen ihm drei weitere hochkarätige Test-Wochenende zur Verfügung. Sofern Smith und Picobello fit bleiben, hat Van der Waaij mit dem Duo aber bereits jetzt einen dritten Namen fix auf der Liste.

WM-Ticket gelöst

Dies bestätigte der Niederländer auch gegenüber Keystone-SDA. "Jason Smith und Picobello ritten heute in einer anderen Liga", lobte der Equipenchef den Schotten, der seit knapp zwei Jahrzehnten in der Schweiz lebt. "Er hat unter Druck geliefert." Auch seine Kollegen sahen das so: Guerdat, Fuchs und Jufer liessen Smith auf der Ehrenrunde mit gebührendem Abstand voran reiten. Und als der Held des Tages verspätet zur Medienkonferenz eintraf, skandierte Martin Fuchs: "Jason, Jason, Jason."

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