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Schweizer mit Unentschieden nach klarer Führung
Die Schweizer Handballer starten mit einem Unentschieden in die EM-Hauptrunde. Das Team von Trainer Andy Schmid muss sich gegen Ungarn trotz klarer Führung mit einem 29:29 begnügen.
Die Schweizer erlebten beinahe ein Déjà-vu. In der Vorrunde lagen sie gegen Slowenien 23:14 vorne und verloren noch 35:38. Gegen Ungarn führten sie in der 38. Minute 25:18 und gingen dennoch fast leer aus. Zwar zogen sie nach dem 25:24 (46.) auf 28:24 (51.) davon, dann aber gerieten sie mit 28:29 (57.) erstmals nach dem 1:2 (2.) in Rückstand. Diesmal bewahrten sie aber die Nerven: Mehdi Ben Romdhane glich zu Beginn der 58. Minute zum 29:29 aus. Die letzte Aktion konnten die Schweizer nicht verwerten, Ben Romdhane unterlief sieben Sekunden vor dem Ende ein Angriffsfoul.
Ungarn kassierte in den drei Vorrundenspielen nur 71 Gegentore - so wenige wie keine andere Mannschaft. Gegen die SHV-Auswahl fanden sie in der ersten Halbzeit allerdings kein Rezept. Die Schweizer drückten wie geplant aufs Tempo und erzielten in den ersten 30 Minuten bei einer Angriffseffizienz von 63 Prozent 20 Tore. Auch defensiv standen sie sicher, sodass sie zur Pause 20:14 führten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit zogen die Schweizer dreimal auf sieben Tore davon. Dann liessen sie allerdings nach, wobei die Ungarn deutlich aggressiver verteidigten.
Erfolgreichster Torschütze der Schweizer war Lenny Rubin, allerdings benötigte er für seine sieben Treffer 16 Abschlüsse. Noam Leopold war sechsmal erfolgreich, und dies bei einem Fehlwurf. Torhüter Nikola Portner gelangen zwölf Paraden, wovon neun in der ersten Hälfte.
"Wir holen an einer EM-Hauptrunde gegen Ungarn einen Punkt, darum bin ich sehr zufrieden", sagt Schmid gegenüber dem Schweizer Fernsehen. "Aber nach diesem Spielverlauf gibt es schon ein paar Sachen auszusetzen. Wir sind in der zweiten Halbzeit wieder gut im Spiel, doch in dem Moment, in dem wir die Partie entscheiden können, verwerfen wir vom Flügel, verwerfen wir Gegenstösse. Wir machen zu viele technische Fehler in der zweiten Halbzeit." Jedoch sei es ihnen nach dem Déjà-vu gelungen, das Spiel nicht kippen zu lassen. "Wir könnten nach dem Erlebten auch zusammenbrechen, aber das sind wir nicht."
Am Sonntag treffen die Schweizer auf den letztjährigen WM-Finalisten Kroatien, der sein erstes Spiel der Hauptrunde gegen Island 30:29 gewonnen hat. Im letzten Duell im vergangenen November siegten die Schweizer 30:28 - es war im zehnten Spiel gegen die Kroaten der erste Erfolg.
Telegramm:
Schweiz - Ungarn 29:29 (20:14)
Malmö. - 4327 Zuschauer. - SR Martins/Martins (POR). - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Ungarn.
Schweiz: Portner (12 Paraden, 1 Tor)/Seravalli (1 Parade); Meister (2), Rubin (7), Manuel Zehnder, Aellen (3), Röthlisberger, Küttel, Maros (2), Steenaerts (2), Laube (1), Wanner (1), Willecke, Leopold (6/3), Ben Romdhane (4).
Ungarn: Palasics (14 Paraden)/Bartucz; Sipos (1), Boka (3), Ligetvari (1), Krakovszki (2), Fazekas (3), Rodriguez (2), Szita (3), Bodo (3), Ilic, Rosta (5), Onodi-Janoskuti (3), Hanusz, Imre (3/1).
Bemerkungen: Schweiz ohne Sigrist (krank), Kusio (überzählig) und Samuel Zehnder (nicht eingesetzt).
















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