Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Schweizer Speaker-Duo verkündet Tore von Crosby und McDavid
Mit Georges Lüchinger und Giovanni Marti stehen am olympischen Eishockey-Turnier zwei Schweizer als Stadionsprecher im Einsatz. Der eine übernimmt den englischen Part, der andere den italienischen.
Es gibt Momente, da verstummt selbst einer, der sonst vor dem Mikrofon richtiggehend aufblüht. "Das gibt es fast nicht, dass ich keine Worte finde, ist aber wirklich so", sagt Marti - und meint damit seine Einsätze in Mailand als italienischsprachiger Stadionsprecher.
Der 54-jährige Zürcher Kult-Speaker der ZSC Lions sitzt in der neuen Eishockey-Arena Santagiulia am Puls des Weltsports. Dass er an der "Riesenkiste", wie er die Olympischen Spiele in Norditalien nennt, so nah dran sein kann, ist quasi wie ein Dienstaltersgeschenk an sich selbst: 2026 feiert Marti sein 25-Jahr-Jubiläum als Stadionsprecher der ZSC Lions. Schon an der Heim-WM 2009 und an diversen Spielen des Schweizer Nationalteams stand er im Einsatz, "doch das übertrifft alles".
Dass ein waschechter "Züritüütsch"-Muttersprachler in Italien für die Landessprache engagiert wird, ist selbst im internationalen Olympia-Zirkus speziell. Martis Mutter stammt aus Süditalien, er spricht fünf Sprachen fliessend, und sein Italienisch klingt geschmeidiger als jenes mancher Einheimischer.
Empfohlen wurde er von Georges Lüchinger, der 2006 in Turin Olympia-Luft geschnuppert hatte und als Stimme des Spengler Cup oder der Tour de Suisse bekannt ist. Im Oktober 2024 bekam Marti die Chance, sich an einem Test-Event in Südtirol zu empfehlen, und bestand mit Bravour.
Nun teilen sich die beiden in Mailand das Speaker-Häuschen. Sie verkünden Tore von Sidney Crosby oder Connor McDavid, kündigen Strafen oder Video-Reviews an - stets sachlich, protokollgetreu und mit gebotener olympischer Neutralität. Für einmal ist keine blau-weiss-rote Inbrunst gefragt, wie sie Giovanni Marti bei den Heimspielen der ZSC Lions pflegt.
















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar