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Schweizer Team hadert mit dem Defektpech
Ein Defekt bremst die Schweizer Goldhoffnungen im Mixed-Teamzeitfahren an der WM in Montreal früh aus. Nach dem Gewinn von Bronze herrschen im Schweizer Team gemischte Gefühle.
20 Sekunden fehlten der Schweiz im Mixed-Teamzeitfahren zum WM-Titel. Angesichts des Handicaps nach dem frühen Defekt von Stefan Küng stellt sich nach dem Rennen die Frage: Haben die Schweizer Bronze gewonnen oder Gold verloren?
Bei Küng überwog zunächst der Frust. "Es fühlt sich so an, als hätte ich nichts beigetragen und dem Team nicht helfen können", sagte der Thurgauer im SRF-Interview. Nach nur vier Kilometern hatte er das Velo wechseln und seine beiden Teamkollegen ziehen lassen müssen. Was genau passiert war, wollte Küng nach dem Rennen nicht verraten. Mauro Schmid sagte gegenüber Eurosport, Küng sei der Lenker gebrochen.
"Brutal schwerer Tag"
Auch Schmid trauerte der verpassten Chance nach. "Es ist ziemlich bitter. Wir hatten uns extrem viel vorgenommen für heute und waren alle gut vorbereitet." Dass nach dem Defekt von Marlen Reusser im Vorjahr erneut ein technisches Problem die Schweizer Goldhoffnungen beeinträchtigte, machte es für ihn umso schwieriger.
Schmid und Stefan Bissegger entschieden sich wie vor dem Rennen im Team vereinbart, nicht auf Küng zu warten. Fortan waren sie auf der 20,3 km langen Runde auf sich allein gestellt. "Das hat es enorm schwer gemacht. Gerade im Gegenwind ist es ein riesiger Vorteil, wenn man zu dritt ist. Wir gaben alles und kämpften bis zum Ziel. Es war letztlich ein brutal schwerer Tag auf dem Velo", sagte Schmid.
Auch Bissegger betonte, wie stark Küngs Ausfall den Rennverlauf verändert habe. Gleichzeitig hob er die Reaktion auf den Rückschlag hervor. "Es ist auch eine Qualität, wie man umstellen und trotzdem weitermachen kann, ohne den Faden zu verlieren."
Reusser sieht beide Seiten
Auch bei den Frauen war Aufgeben kein Thema. Obwohl Reusser, Noemi Rüegg und Jasmin Liechti vor ihrem Start wussten, dass bei den Männern etwas schiefgegangen war, hielten sie am Plan fest. "Wir sagten: Egal, was los ist, wir geben alles. Auch diejenigen, die führen, können noch ein Problem bekommen", erklärte Reusser gegenüber SRF.
Nachdem die Männer mit der sechstbesten Zeit übergeben hatten, führte die Aufholjagd der Frauen die Schweiz noch auf den 3. Platz. Reusser lobte ihre beiden Teamkolleginnen. Rüegg habe bis zum Schluss "mega gut gekämpft", ebenso Liechti, die zu Beginn in den flachen Passagen für Tempo gesorgt habe.
Reusser sah deshalb beide Seiten der Medaille. "Wir dürfen mega zufrieden mit unserer Performance sein. Alle sind super gut gefahren. Natürlich ist es schon ein bisschen traurig."
Der schlechte Belag hinterlässt Spuren
Für zusätzlichen Ärger sorgte bei der zweifachen Zeitfahr-Weltmeisterin der Strassenbelag in Montreal. Die zahlreichen Schlaglöcher bezeichnete sie als "Katastrophe". Die vielen Fahrten über den schlechten Asphalt hätten mittlerweile einen Knochen in ihrer Hand gereizt, weshalb sie diese nach dem Rennen einbandagiert hatte.
Bis zum nächsten Medaillenkampf bleiben ein paar Tage Zeit zur Erholung. Am Samstag steht für Reusser und Co. das Strassenrennen der Frauen auf dem Programm, am Sonntag kämpfen die Männer um die letzten WM-Medaillen.

















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