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Keystone-SDA | Mittwoch, 29. Juli 2026

Schweizer verlieren Viertelfinal nach Ausfall von Malcotti

Die Schweizer Degenfechter scheiden im Team-Wettbewerb an den Weltmeisterschaften in Hongkong in den Viertelfinals aus. Gegen die Ukraine verlieren die Schweizer Favoriten mit 37:39.

Dabei waren am Mittwoch die Voraussetzungen für eine Schweizer Medaille perfekt. Mit dem Walliser Lucas Malcotti verfügten die Schweizer den neuen Einzel-Weltmeister in ihren Reihen. Malcotti führte auch im Team-Bewerb die Schweizer mit herausragenden Leistungen in die Viertelfinals - verletzte sich aber im Achtelfinal im letzten Gefecht gegen den Chinesen Zhang Xinkun am Fuss. Gegen die Ukraine konnte Malcotti nicht mehr mittun.

Ohne Malcotti erwiesen sich die Ukrainer als stärker. Zwar führten die Schweizer nach zwei von neun Gefechten mit 8:5. Danach gerieten sie aber mit 13:15 und 17:19 (nach dem sechsten Duell) in Rückstand. Der eingewechselte Sven Vineis und Alexis Bayard schafften nochmals den Ausgleich (23:23). Im wilden letzten Duell musste sich Ian Hauri aber Roman Switschkar mit 14:16 geschlagen geben.

Malcotti fehlte

Das Fehlen von Weltmeister Malcotti war spürbar. Gegen Österreich und China in den ersten zwei Runden knüpfte Malcotti dort an, wo er am Wochenende im Einzel aufgehört hatte. Er totalisierte eine Plus-16-Bilanz. Zum Vergleich: Die übrigen drei Schweizer kamen bis und mit Viertelfinal zusammen auf eine Plus-5-Bilanz.

Damit trat in Hongkong das ein, was nach der Weltcupsaison kaum jemand für möglich gehalten hätte. Die Schweizer gewannen mit dem Team im Weltcup drei von fünf Konkurrenzen (bei einem zusätzlichen 2. Platz), jedoch gingen sie an den Titelkämpfen leer aus. Nach dem Sieg am "Grand Prix de Berne" im Mai meinte Nationaltrainer Daniel Jerant, dass es "für mich schon eine herbe Enttäuschung wäre, wenn es an den Europa- und Weltmeisterschaften nicht zu Medaillen reichen würde". Nach Platz 4 an den Europameisterschaften resultierte in Hongkong Platz 5. In den Klassierungs-Partien um die Plätze 5 bis 8 gewannen die Schweizer noch gegen Südkorea und Dänemark.

Ukraine stand im Weg

An beiden Titelkämpfen stand den Schweizern die Ukraine im Weg. An den Europameisterschaften in Frankreich verloren die Schweizer mit Malcotti das Gefecht um Platz 3 gegen die Ukraine mit 31:44. In Hongkong waren die Ukrainer im Viertelfinal wieder zu stark. Zuvor im Weltcup feierten die Schweizer gegen die Ukraine nur Siege, zuletzt beim Sieg in Fujairah (Vereinigte Arabische Emirate) im Viertelfinal mit 40:32.

Bitter war das Schweizer (Team-)Scheitern auch, weil die stärksten Nationen wie Weltranglisten-Leader Frankreich (in den Achtelfinals gegen Russland), die Weltnummer 3 Italien (in den Achtelfinals gegen Israel) und die Weltnummer 4 Japan (in der Startrunde gegen Grossbritannien) alle schon vor den Schweizern ausgeschieden waren. Der Titel, oder zumindest die Medaille, schien in Griffnähe.

Trotzdem Nummer 1 der Welt

Weil die Schweizer von den Top-Nationen in Hongkong aber am weitesten kamen, übernehmen sie trotz der WM-Enttäuschung Platz 1 in der Weltrangliste. Damit wird die enorm starke Saison des Degen-Teams trotz misslungener Titelkämpfe doch noch honoriert. 2013 hatte es die Schweiz erstmals auf den ersten Platz der Mannschafts-Weltrangliste geschafft. Damals führte die Schweiz die Rankings sowohl mit dem Team als auch im Einzel (Max Heinzer) an.

Dank des Einzeltitels von Malcotti dürfen die Weltmeisterschaften in Hongkong trotz der verpassten Team-Medaille als Erfolg abgebucht werden. Weltmeister Malcotti verbesserte sich in der Einzel-Weltrangliste dank der Goldmedaille auf Platz 12.

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