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Seilbahnbetrieb auf den Säntis bleibt ein halbes Jahr unterbrochen
Am Donnerstag befördert die Säntisbahn die vorerst letzten Passagiere auf den Ostschweizer Hausberg. Während mehrerer Monate wird die Seilbahn für rund 30 Millionen Franken komplett neu gebaut.
Zahlreiche Touristinnen und Touristen reisten am Donnerstag auf die Schwägalp, um bei sonnigem Wetter mit der Seilbahn auf den Gipfel des Säntis fahren zu können. Auf 15 Uhr kündigten die Verantwortlichen der Säntisbahn die letzte Fahrt an. Danach ist der Berg nur noch zu Fuss erreichbar. Das Restaurant auf dem Gipfel bleibt geschlossen.
"Ab Freitag wird die Seilbahn komplett zurückgebaut", erklärte Jakob Gülünay, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahnen AG, vor den Medien. Die neue Bahn koste inklusive Planung, Betriebsausfall und Reserven rund 30 Millionen Franken.
Erste Fahrten mit der neuen Bahn sind gemäss den Verantwortlichen "im Spätherbst" geplant. Das tatsächliche Eröffnungsdatum sei ungewiss und hänge hauptsächlich vom Wetter in den nächsten Monaten ab. Fest steht: Bis Ende Jahr werden keine Reservationen für Anlässe auf dem Gipfel angenommen.
245 Tonnen Stahlseile
Die Säntisbahn wird am jetzigen Standort zwischen der Tal- und der Bergstation durch eine neue Schwebebahn ersetzt. Gebaut wird sie vom Schweizer Seilbahnbauer Garaventa. Die neuen beiden Seilbahnkabinen werden von 245 Tonnen schweren Stahlseilen der Romanshorner Firma Fatzer getragen. Weitere involvierte Baufirmen stammten alle aus der Region, erklärte Gülünay gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Das Design der neuen Seilbahnkabinen behält die Säntisbahn noch geheim. Sie werden wie bisher 85 Passagiere befördern können, auch die Dauer der Fahrt von rund acht Minuten bleibt gleich. Neue Technik verbessere jedoch den Komfort für die Gäste sowie die Windstabilität.
43 Meter hoher Mast
Die neue Bahn kommt nur noch mit einem statt wie bisher mit zwei Masten aus. Damit wird ein aufwändiger Lawinenschutz beim unteren Mast überflüssig, welcher nach der Aufarbeitung eines Lawinenniedergangs 2019 als Massnahme festgehalten wurde.
Bestehen bleibt der heutige Mast 2, der auch künftig von Berggängern und Skifahrern als Ein- und Ausstieg genutzt werden kann. Jedoch wird auch der bestehende 27 Meter hohe Mast komplett zurückgebaut und durch eine neue, 43 Meter hohe Seilbahnstütze ersetzt. Sie mache mit einer Aussichtsplattform einen Zwischenhalt noch attraktiver, schrieben die Säntisbahnen in einer früheren Mitteilung.
Mitarbeiter werden ausgeliehen
Für die vom mehrmonatigen Betriebsunterbruch betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hauptsächlich aus der Gastronomie auf dem Gipfel und dem Seilbahnpersonal, seien Lösungen gefunden worden. Sie werden beispielsweise an andere Unternehmen ausgeliehen oder im Restaurationsbetrieb der Schwägalp beschäftigt. "Wir haben keine Kündigung ausgesprochen, wir brauchen alle unsere Mitarbeitenden für die Wiederinbetriebnahme des Bahnbetriebs", erklärte Gülünay.
Erstmals beförderte die Säntis-Schwebebahn im Jahr 1935 Passagiere auf den 2502 Meter über Meer gelegenen Ostschweizer Hausberg. 1974 wurden die Anlagen letztmals komplett erneuert. Gemäss Geschäftsbericht 2025 beförderte sie im vergangenen Jahr mehr als 400'000 Passagiere.


















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