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Keystone-SDA | Donnerstag, 04. Juni 2026

Selenskyj bietet Putin direkte Friedensgespräche an

Vor dem Hintergrund stockender US-amerikanischer Vermittlungen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem offenen Brief an den russischen Staatschef Wladimir Putin gewandt und direkte Friedensgespräche angeboten. "Ich schlage Ihnen ein Treffen vor", hiess es in dem vom Präsidentenbüro in Kiew veröffentlichten Schreiben. Die Staatsführer sollten die "Schlüsselfragen" selbst besprechen.

Kiew und Moskau als Ort für die Unterredungen schloss Selenskyj dabei aus. Als Alternativen nannte er die Schweiz, die Türkei oder einen der arabischen Staaten.

Der Brief wurde während einer Pressekonferenz Putins für internationale Journalisten im Rahmen des Wirtschaftsforums in St. Petersburg veröffentlicht. Als ersten Schritt schlug Selenskyj darin eine Waffenruhe entlang der jetzigen Frontlinie vor, die von den Vereinigten Staaten überwacht werden soll. Dem könne ein Gefangenenaustausch "aller gegen alle" und eine Rückkehr von Zivilisten und "während des Krieges verschleppten" Kindern folgen. An den Gesprächen sollten der Ansicht Selenskyjs nach zudem Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten auch als mögliche Garanten beteiligt werden.

Kremlsprecher Dmitri Peskow ging vor Journalisten in St. Petersburg nicht auf den Inhalt des Briefes ein. "Präsident Putin hat gesagt, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, wenn er reden möchte", sagte Peskow. Selenskyj hatte Moskau als Gesprächsort bereits mehrfach abgelehnt.

Seit vergangenem Jahr drängt Washington Russland und die Ukraine zu einem Friedensschluss in dem seit 2022 währenden Krieg. Moskau hat dabei mehrfach einen Abzug ukrainischer Truppen aus den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk zur Bedingung gemacht. Kiew lehnt einen solchen Gebietsverzicht bisher kategorisch ab.

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