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Servette gewinnt episches Léman-Derby, Lausanne blickt nach vorn
Genève-Servette hat eine spektakuläre Playoff-Serie gegen Lausanne für sich entschieden. Während die Genfer den Schwung aus Spiel 6 perfekt nutzten, überwiegt beim LHC die Enttäuschung.
Auch wenn es im Waadtländer Lager niemand explizit in den Vordergrund stellen wollte: Die bittere Wende im sechsten Spiel, als Lausanne einen 3:0-Vorsprung verspielte, hat beim LHC zweifellos Spuren hinterlassen. Dennoch hielten LHC-Trainer Geoff Ward und Captain Damien Riat nach der klaren 1:5-Niederlage in der entscheidenden "Belle" unisono fest: "Wir waren im Spiel."
Bei Genève-Servette hingegen löste der zuvor mit dem Rücken zur Wand erkämpfte Sieg eine enorme positive Energie aus. "Eishockey ist ein unglaublicher Sport", resümierte Genfs Verteidiger Dave Sutter. "In Lausanne lagen wir 0:3 zurück, wir kommen zurück und die Emotionen sind auf dem Höhepunkt. Im siebten Spiel standen wir nun defensiv enorm solid - Hut ab vor Stéphane."
Gemeint war Genfs Torhüter Stéphane Charlin, für den das Weiterkommen auch ein persönlicher Triumph war. Im sechsten Spiel war er nach dem dritten Gegentreffer noch ausgewechselt worden, in Spiel 7 zeigte er eine magistrale Reaktion. Für Charlin war es zudem eine Vergangenheitsbewältigung: Letztes Jahr hatte er mit Langnau ein siebtes Viertelfinal-Spiel gegen Lausanne verloren. "Ich habe aus dieser Niederlage gelernt und wollte dieses Gefühl in diesem Jahr nicht noch einmal erleben", erklärte der grossgewachsene Keeper. Mit seinem damaligen und heutigen Teamkollegen Vili Saarijärvi sei die Devise klar gewesen: "Einmal, aber kein zweites Mal." Ein weiterer Erfolgsfaktor für Genf war laut Sutter die taktische Simplizität: "Niemand hat versucht, zu viel Risiko einzugehen. Und wie man so schön sagt: Angriff ist die beste Verteidigung."
LHC-Captain Riat: "Bin stolz auf meine Brüder"
Im Lager der Lausanner musste das unerwartet frühe Aus nach zuletzt zwei Finalteilnahmen erst einmal verdaut werden. Captain Damien Riat stellte sich in der Stunde der Niederlage vor sein Team: "Ich bin stolz auf meine Brüder. Wir sind eine Familie und haben alles versucht. Im Moment ist es hart und für eine genaue Analyse noch zu früh. Man muss aus Niederlagen lernen und manchmal einen Schritt zurückmachen, um wieder vorwärtszukommen."
Der LHC-Stürmer blickte auf ein unberechenbares Romand-Derby zurück: "Diese Serie war komplett verrückt und hat allen Statistiken getrotzt. Die erste Genfer Linie hat in den letzten beiden Spielen einen Weg gefunden, Tore zu schiessen. Davor waren sie frustriert, aber ein, zwei Treffer haben ihnen das nötige Selbstvertrauen zurückgegeben. Am Ende entscheiden Nuancen - aber was für eine grossartige Serie!"















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