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Keystone-SDA | Sonntag, 12. Juli 2026

Sie liefern dem Montreux Jazz Festival die Soundqualität

Wer einmal ein Konzert des Montreux Jazz Festival besucht, muss über die aussergewöhnliche Tonqualität staunen. Seit vierzig Jahren sorgt das kalifornische Unternehmen Meyer Sound für den erstklassigen Live-Klang des Festivals.

Dass das Klangerlebnis entscheidend ist, wiederholt der Direktor des Montreux Jazz Festivals, Mathieu Jaton, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA immer wieder: "Die Beschallungsanlage ist das Herzstück des Montreux Jazz Festivals." Ob in der Halle oder unter freiem Himmel - der Klang müsse für Gänsehaut sorgen.

Seit vierzig Jahren pflegt das Festival eine Freundschaft mit John und Helen Meyer. 1986 hatte der verstorbene Festivalgründer Claude Nobs die Meyers damit beauftragt, den Sound des Anlasses zu revolutionieren. Kennengelernt hatte er das Paar bereits in den 1970er-Jahren. Es sei eine Begegnung zwischen einem "kompromisslosen verrückten Klangfanatiker", wie Jaton über John Meyer sagt, und einem grossen Soundliebhaber gewesen.

Eine Freundschaft entstand, die zu "einer der längsten und solidesten Soundpartnerschaften der Musikindustrie" führte, wie es das Gründerpaar von Meyer Sound heute beschreibt. Mit 82 und 78 Jahren stehen John und Helen Meyer heute noch an der Spitze ihres Unternehmens. Für sie sei das Montreux Jazz Festival "das Kronjuwel", sagen die beiden, die zurzeit den zweiwöchigen Anlass besuchen, in Montreux VD zu Keystone-SDA.

Bestmöglicher Sound

Man wolle den Besuchenden sowie den Musikerinnen und Musikern seit je das beste immersive Live-Musikerlebnis bieten. Die Musik müsse makellos, präzise, ohne ungewollte Verzerrung und mit maximaler Leistung wiedergegeben werden. In Montreux werde diese Qualität und Intimität des Klangs möglich.

Das Familienunternehmen wurde 1979 im kalifornischen Berkeley gegründet. Heute zählt Meyer Sound zu den weltweit führenden Anbietern professioneller Audiotechnik und hat Sitze in Deutschland, Kanada, Mexiko und China. 350 Menschen arbeiten heute für die Meyers. Die Lautsprechersysteme und Akustiktechnologien des Unternehmens kommen bei Konzerten, in Veranstaltungsorten, Tonstudios und Heimaudiosystemen zum Einsatz.

Die Liebe zur Audiotechnik habe John Meyer seit seiner Jugend. "Ich bin mit dem UKW-Radio aufgewachsen, und das hat mich schon immer interessiert." Anschliessend habe er diese Liebe zum Klang mit wissenschaftlicher Experimentierfreude so weit wie möglich vorangetrieben. Im Laufe der Jahre sei das Montreux Jazz Festival zu einer Spielwiese für ihn geworden, einer Art Labor für Neuheiten im Audiobereich.

Seit über 30 Jahren kommen die Meyers auch fast jedes Jahr an die Waadtländer Riviera und hören sich an, was durch ihre Anlagen geht. Unvergesslich seien Bob Dylan, Prince und Herbie Hancock gewesen.

Ab Oktober bis zum letzten Festivaltag

Vincent Villard verantwortet die Produktion des Festivals. Die Technikcrew von Meyer Sound sei fest ins Produktionsteam des Montreux Jazz Festival eingebunden, so der Walliser Tontechniker.

Die Vorbereitungen beginnen jeweils mehrere Monate im Voraus: Bereits ab Oktober analysieren Villard und José Gaudin, ein Mitarbeiter des kalifornischen Unternehmens, die Akustik aller Innenräume und Aussenbühnen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Gegebenheiten.

Dann werde für jeden Konzertort ein Sounddesign entworfen. "Das Ziel ist es, alle Bereiche eines Saals bestmöglich abzudecken, ganz vorne und ganz hinten, bis auf die Balkonränge."

Im Januar werden die Entwürfe umgesetzt und das Soundsystem optimiert. Das gesamte Klangspektrum, die Resonanz, die Monitore, die Bässe, die Höhen - alles wird akribisch eingestellt. Im Frühling schliesst man sich mit den Tontechnikern der einzelnen Bands kurz und plant jedes Konzert. Während des Festivals sind die Mitarbeitenden von Meyer Sound schliesslich auch vor Ort und gehen auf die spezifischen Wünsche der Musikerinnen und Musiker ein.

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