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Simona Waltert und die Tücken der ersten Saison bei den "Grossen"
Simona Waltert spielt in diesem Jahr erstmals regelmässig auf der obersten Stufe der Tenniselite. Die Transformation hat ihre Tücken. Plötzlich stehen mehr Niederlagen als Siege zu Buche.
Die Enttäuschung steht Simona Waltert am Montagabend ins Gesicht geschrieben. Sie verpasst am US Open gegen die Argentinierin Nadia Podoroska (WTA 449) eine grosse Chance auf einen ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr. Die 25-jährige Bündnerin sieht sich auf dem richtigen Weg. Doch sie macht auch die Erfahrung, dass eine Stufe höher die Luft dünn ist - und es mental nicht einfach ist, mit deutlich mehr Niederlagen umzugehen.
Im vergangenen Herbst hatte sich Waltert in einen wahren Rausch gespielt. Turniersiege auf ITF-100-Stufe in Lissabon und beim WTA-Challenger in Rio de Janeiro sowie ein Final und ein Halbfinal bei weiteren Challenger-Turnieren katapultierten sie in die Top 100. Der grosse Vorteil: Sie war nun das gesamte Jahr für alle Grand Slams und weitere grosse Turniere qualifiziert. Der Nachteil: Die Gegnerinnen sind stärker geworden, Erfolgserlebnisse seltener.
Konsequenz und Intensität
"Ich finde es cool, auf diesem Niveau mitzuspielen", stellt Waltert klar. "Aber klar, es ist hart. Man muss das Selbstvertrauen in den Niederlagen mehr suchen und finden als vielleicht vorher." Sie und ihr Coach Stéphane Bohli hätten das ja Anfang Jahr gewusst, dass es vermutlich mehr Niederlagen gebe und sich entsprechend darauf vorbereitet. "Man muss einfach sein Ding durchziehen, sonst machen es die Anderen." Und in Niederlagen die positiven Aspekte suchen - auch wenn es manchmal schwer fällt.
Den grössten Unterschied auf dem höheren Level sieht Waltert nicht darin, dass die Gegnerinnen härter oder schneller spielen. Es sind die kleinen Dinge, die sie besser machen, vor allem die Konsequenz und die Intensität in den entscheidenden Momenten. Die 1,76 m grosse Churerin glaubt sich auf dem richtigen Weg, auch wenn sie bei den Grand Slams viermal in der 1. Runde scheiterte und in diesem Jahr in WTA-Hauptfeldern nur zu vier Siegen kam. Mehr Erfolg hatte sie bei gelegentlichen Abstechern auf die Challenger-Stufe.
Hälfte der Punkte auf dem Spiel
"Ich muss noch besser darin werden, das Momentum zu nutzen", stellt Waltert fest. Das wird auch bei der Niederlage gegen Podoroska deutlich. Dennoch ist die Bündnerin überzeugt: "Grundsätzlich ist es gerade auf Hartplatz eine gute Entwicklung."
In den kommenden Wochen und Monaten wird sie nun aber arg gefordert sein. Waltert hat bis Ende Jahr mehr als die Hälfte ihrer Ranking-Punkte zu verteidigen. Es droht der Fall aus den Top 100 und der Verlust der Startplätze an diesen "coolen" Turnieren. "Das versucht man auszublenden", meint sie mit einem etwas bitteren Lächeln. "Was natürlich schwierig ist, wenn man darauf angesprochen wird. Aber das ist Teil des Spiels."

















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