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Keystone-SDA | Dienstag, 06. Januar 2026

Spontane Proteste am Teheraner Basar

Am Grossen Basar in der iranischen Hauptstadt Teheran sind heftige spontane Proteste ausgebrochen.

Augenzeugen, Aktivisten und auch iranische Medien berichteten von plötzlichen Ausschreitungen an dem historischen Ort in der Millionenmetropole, wo Demonstranten und Sicherheitskräfte aneinander gerieten. Möglicher Auslöser war erneute Unruhe am iranischen Devisenmarkt.

Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenmengen in den Gassen des Basars, die Protestslogans riefen. "Freiheit, Freiheit, Freiheit", war auf einem Video zu hören. Sicherheitskräfte schossen Tränengas, um die Demonstrationen aufzulösen, wie das Menschenrechtsnetzwerk HRANA auf X berichtete. Demnach schlossen sich Einwohner den Protesten der Händler an.

Währung verliert weiter an Wert

Am Morgen war die Währung weiter abgestürzt. Ein Euro kostete auf dem freien Devisenmarkt erstmals mehr als 1,7 Millionen Rial, wie iranische Finanzportale berichteten. Die Währung hat damit seit Ausbruch der Demonstrationen vor mehr als einer Woche noch einmal mehr an Wert verloren. Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Schock am iranischen Devisenmarkt, der zunächst in der Hauptstadt Teheran wütende Händler auf die Strasse trieb.

Der Staatsapparat begegnete den Demonstrationen auf dem Land zunehmend mit Gewalt. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht vorzugehen. Aktivisten zufolge sind inzwischen mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1.200 Menschen seien festgenommen worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA.

Der Grosse Basar von Teheran ist ein lebendiges Labyrinth. Über Jahrhunderte gewachsen, erstreckt sich das Netz aus verwinkelten, überdachten Gassen über mehrere Quadratkilometer. Auch wenn viele Läden winzig sind, geniessen die Besitzer grossen Status. Händler im Basar galten bei vielen Protestbewegungen im Iran als äusserst einflussreich.

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