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Wirtschaft
Keystone-SDA | Mittwoch, 08. April 2026

Spritpreise werden wohl nur langsam sinken

Seit Ausbruch des Iran-Kriegs vor über einem Monat sind die Preise für Benzin und Diesel an den Schweizer Tankstellen deutlich gestiegen. Nach der Einigung auf eine Waffenruhe ist jedoch kein schneller Rückgang zu erwarten.

Seit Kriegsausbruch kletterte der durchschnittliche Preis für Benzin um mehr als 10 Prozent, für Diesel mussten Konsumenten sogar etwa ein Viertel mehr berappen, wie aus Daten des TCS-Benzinpreisradars hervorgeht. Hauptgrund ist der stark gestiegene Rohölpreis wegen der Blockade der für den Energietransport wichtigen Strasse von Hormus. Dadurch hat sich der Preis für das Fass der Sorte Brent von rund 70 US-Dollar vor dem Konflikt auf zeitweise bis zu 120 Dollar verteuert.

Nach der Einigung auf einen Waffenstillstand könnten bald wieder Tanker die Strasse von Hormus passieren. Der Preis für Rohöl kam nach Verkündung der Feuerpause unmittelbar um fast 15 Prozent zurück und notierte am Mittwochnachmittag bei rund 92 Dollar pro Fass. Er lag damit aber immer noch deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Preissenkungen nur mit Verzögerung

Die Preise an den Zapfsäulen werden aber vermutlich nur langsam zurückkommen. Aktuell könne noch nicht abgeschätzt werden, wann die Preise wieder sinken, teilte der Touring Club Schweiz (TCS) auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit. Preisrückgänge beim Rohöl alleine seien nicht genug. Entscheidend sei vielmehr, dass die Produktpreise für Diesel und Benzin "über einen längeren Zeitraum wieder sinken".

Konkrete Prognosen zur Preisentwicklung wollten auch die grossen Tankstellenbetreiber der Schweiz auf Anfrage nicht machen. Für den Preis an der Tankstelle spielten neben dem Rohölpreis auch noch Faktoren wie der lokale Wettbewerb, Abgaben, Steuern, Standortkosten oder Wechselkurse eine Rolle, ergänzte Matthias Hübscher, Geschäftsführer der Tankstellen von Volenergy.

Durch den derzeit tiefen Wasserstand am Rhein ist auch kein zusätzlicher Preisschub zu erwarten. Die Schweiz importiert Treibstoffe bekanntlich zu einem grossen Teil per Schiff über die Basler Rheinhäfen. Am heutigen Mittwoch kostete der Transport 33,50 Franken je Tonne, schreibt der TCS. Dies sind zwar 1,50 Franken mehr als am Vortag, es liege aber immer noch im "normalen Rahmen".

Im Nachbarland Deutschland war am Mittwoch noch kein Preisrückgang an den Zapfsäulen zu verzeichnen. Die Preise für Diesel stiegen weiter leicht an, jedoch weniger stark als in den Vortagen.

Eine grobe Schätzung wagte der französische Vorsitzende der Ölindustrieunion, Olivier Gantois, in einem Interview mit dem Sender France Info. Demnach könnten die Spritpreise in Frankreich in den kommenden Tagen um 5 bis 10 Cent pro Liter sinken, soweit der Ölpreis bei etwa 93 bis 95 Dollar bleiben sollte.

Kein Mangel an Treibstoffen in der Schweiz

Trotz der stark gestiegenen Preise und der Blockade sei die Versorgung der Schweiz mit Treibstoffen gesichert, sagten sowohl der TCS als auch Volenergy. Im Fall einer Knappheit würden zudem noch Pflichtlager zur Verfügung stehen.

Deutlich schlechter sieht es dagegen in einigen Ländern in Süd- und Südostasien aus. Hier wurden Treibstoffe teilweise schon rationiert und Arbeitstage gekürzt. Diese Länder importieren jedoch viel mehr Öl aus der Krisenregion als Europa und verfügen über geringere Reserven.

Durch die höheren Preise haben sich Herr und Frau Schweizer in den letzten Wochen nicht in der Mobilität eingeschränkt. Laut Volenergy waren "keine wesentlichen Volumenrückgänge" zu beobachten. Deutlich mehr Kunden habe es sogar an den Grenztankstellen zu Deutschland gegeben, durch Tanktouristen aus Deutschland.

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