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Startsieg im Gepäck, Kanada vor der Brust
Ein Blitzstart ebnet den Schweizern am Olympia-Turnier in Mailand den Weg zum Startsieg. Es ist einer ohne grossen Glanz. Gegen Goldfavorit Kanada am Freitagabend wird eine Steigerung nötig sein.
"Wir haben das gemacht, was wir müssen, sicher nicht zu viel. Am Ende haben wir den Match heimgefahren. Das ist alles, was zählt", bilanzierte Nino Niederreiter nach dem 4:0 gegen Frankreich. Der Bündner sprach nach dem Pflichtsieg von einer "soliden Leistung", die mit einem Feuerwerk und zwei frühen Toren durch Damien Riat in der ersten und Janis Moser in der vierten Minute begonnen hatte.
"So früh 2:0 in Führung zu gehen, hat uns sicher geholfen. Aber es war sicher nicht alles perfekt", sagte Nico Hischier. So gross die Begeisterung der rund 5000 Schweizer Fans in der schmucken und im Vorfeld harsch kritisierten Arena im Südosten Mailands nach den Startminuten war, so verhalten war sie lange Zeit im weiteren Verlauf der Partie.
Genoni erneut eine Wand
Denn die Schweizer bauten deutlich ab, leisteten sich fahrlässige Puckverluste und unnötige Strafen. Die Franzosen kamen im Mitteldrittel zu mehreren guten Chancen, konnten diese jedoch nicht nutzen. Dass Leonardo Genoni mit 27 Paraden am Ende als bester Spieler ausgezeichnet wurde, spricht für den MVP der letzten WM, relativiert jedoch zugleich die Leistung der Schweizer.
"Im zweiten Drittel sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen, mit einem guten Leo im Tor, der in den richtigen Momenten da war", sagte Nationaltrainer Patrick Fischer. Insgesamt zeigte er sich sehr zufrieden. "Wie wir ins Spiel gestartet sind, war beeindruckend. Danach waren wir nicht mehr so kompromisslos unterwegs, aber das ist normal." Durch die vielen Strafen sei es schwierig gewesen, in den Rhythmus zu kommen. "Das ist für die Spieler manchmal schwierig. Es ist eigentlich eine unserer Hauptwaffen, dass wir vier Linien haben, die Gas geben können."
Genoni knüpfte mit seinem Shutout nahtlos an die letzte Weltmeisterschaft an. Dort blieb er im Viertelfinal, im Halbfinal und im Final nach 60 Minuten ohne Gegentor.
Kanada als echter Prüfstein
Eine starke Torhüterleistung wird es auch am Freitag um 21.10 Uhr im Duell mit Rekord-Olympiasieger Kanada brauchen, um für eine Überraschung zu sorgen wie 2006 in Turin, als die Schweiz in der Vorrunde 2:0 gewann. Es wird ein echter Gradmesser für Fischers Team. "Die Kanadier haben ein Riesen-Kader, das weiss jeder. Wir müssen uns aber auf unsere Stärken konzentrieren und das aufs Eis bringen", blickt Timo Meier, der bei seinem Olympiadebüt mit zwei Toren in den letzten zehn Minuten für klare Verhältnisse sorgte, dem Leckerbissen entgegen.
Kanada verfügt im 25-köpfigen Kader über 15 Stanley-Cup-Sieger. Captain Sidney Crosby und Drew Doughty gehörten bereits zu den Goldteams von 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi. Mit Connor McDavid, Nathan MacKinnon und Macklin Celebrini stehen weitere Superstars im Aufgebot. In drei der bisherigen fünf Olympia-Turniere mit NHL-Beteiligung gingen die "Ahornblätter" als Sieger hervor.
Trotz der grossen Namen ist für Niederreiter klar: "Wir dürfen uns nicht verstecken. Ein guter Start wie heute ist wichtig. Und dann müssen wir es 60 Minuten durchziehen." Es komme ein anderes Kaliber auf die Schweiz zu. Und Hischier fügt hinzu: "Wichtig ist, dass wir keine Strafen nehmen. Wir müssen diszipliniert spielen. Die Kanadier sind sicher kaltblütiger als die Franzosen."
















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