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Keystone-SDA | Freitag, 17. April 2026

Stechmücken in Island entdeckt - grosse Folgen fürs Ökosystem

Island war einer der wenigen Orte der Erde, die von Stechmücken verschont waren. Dass die Blutsauger jetzt auch dort gefunden wurden, ist für Forscherinnen Teil eines grösseren Wandels in der Arktis.

Aufgrund der Erwärmung der Arktis und grösserer menschlicher Aktivität bewegen sich Stechmücken und andere Gliederfüsser in der Region demnach auf neue Weise und in neuen Ausmassen. Das habe grosse Konsequenzen für die gesamte Umwelt in der Arktis, schreibt ein Forschungsteam im Journal "Science". Zu den Gliederfüssern zählen neben Insekten auch etwa Spinnen, Tausendfüsser und Krebse.

Stechmücken 2025 erstmals in Island entdeckt

Im Oktober 2025 waren in Kjós, etwa 50 Kilometer nördlich der isländischen Hauptstadt Reykjavík, drei Ringelmücken (Culiseta annulata) entdeckt worden. Wie das Isländische Institut für Naturwissenschaften mitteilte, war dies der erste Fund von Stechmücken auf der Insel. Er reiht sich demnach in eine wachsende Zahl neuer Insektenarten ein, die jüngst im Land identifiziert wurden.

Es sei ungewiss, ob die Stechmücke sich dauerhaft in Island angesiedelt habe, hiess es in der Mitteilung des Instituts. Jedoch deute alles darauf hin, dass sie unter isländischen Bedingungen überleben könne.

Arktis erwärmt sich extrem schnell

Die Arktis erwärme sich viermal so schnell wie der Rest der Welt, schreiben die Autorinnen des "Science"-Artikels. "Der Schnee schmilzt früher, die Sommer werden länger, und Störungen wie Waldbrände treten häufiger auf." Dies alles habe unter anderem Folgen für dort lebende Vögel und Rentiere, betonen die US-Wissenschaftlerinnen Amanda Koltz (University of Texas) und Lauren E. Culler (Dartmouth College in Hanover).

Wenn etwa das Vorkommen von Insekten aufgrund der klimatischen Veränderungen seinen Höhepunkt erreiche, bevor die Küken der dort brütenden Vögel geschlüpft seien, gebe es für Letztere nicht genügend Nahrung. Rentiere litten unter den vermehrten Insektenstichen, was ihren Energieverbrauch erhöhe und somit unter anderem ihre Fortpflanzung beeinträchtige. Die Autorinnen plädieren dafür, die Beobachtung von Stechmücken und anderen Gliederfüssern in der Arktis besser zu koordinieren.

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