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Sarganserland
Guido Städler | Samstag, 27. Januar 2024

Stets durch tolle Teams und Vorgesetzte unterstützt

Mit der Kommandoübergabe im Ausbildungszentrum der Armee Walenstadt (AZA) von Oberst i Gst Ronald Drexel zu Oberst i Gst Marco Anrig beginnt eine neue Ära.

In Anwesenheit von Vertretern aus Armee und Politik fand der Kommandowechsel am AZA statt. Korpskommandant Hans-Peter Walser, Chef Ausbildung, übernahm die Schweizerfahne von Oberst Drexel und gab sie an Oberst Anrig weiter. Den Anlass umrahmte das Spiel der Ter Div 3. Gemäss dem St. Galler Regierungsrat Marc Mächler hinterlasse der scheidende AZA-Kommandant einen beachtenswerten Leistungsausweis. Das AZA sei in Walenstadt und im Sarganserland etabliert, militärisch wie wirtschaftsfördernd. Die Ernennung des neuen Kommandanten stärke bei der Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit.

Drexel sprach stets Klartext

Nach über zehn Jahren, davon etwas mehr als sieben Jahre als Kommandant, verlässt Oberst i Gst Ronald Drexel das AZA und geht in Pension. Die längere Kommandozeit sei so geplant worden, damit er wegen der vielen von ihm betreuten Projekte länger in der Verantwortung bleibe.

Das AZA ist direkt dem Chef Kommando Ausbildung unterstellt. Zum Verantwortungsbereich des AZA gehören die Waffenplätze Walenstadt, Mels, St. Luzisteig, Hinterrhein, Wichlen sowie Bure an der französischen Grenze. Der Aufgabenbereich umfasst Lehrgänge und Kurse, die Gefechtsausbildungszentren West und Ost, Versuche und Entwicklung sowie Waffen- und Ausbildungsplätze.Walenstadt ist Zentrum für die Versuche für die Bodentruppen. Es geht dabei um die Truppentauglichkeit von Systemen, Waffen, Material und Ausrüstungsgegenständen.

Nicht nur in Walenstadt oder Mels ist die Armee mit ihren Logiernächten ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, bei dem vor allem das Gewerbe allgemein, das Baugewerbe, die Gastronomie, Autogaragen und Foodzulieferer profitieren. Hinzu kommen laut Drexel die privaten Ausgaben der Armeeangehörigen. Die Armee bietet zudem in der Region Sarganserland-Walensee über 150 Arbeitsplätze.

 

 

Das Ausbildungszentrum der Armee

Das AZA ist ein «Vorzeigekommando» der Schweizer Armee und gilt vor allem in der Live-Simulation als Vorreiter in Europa, so Drexel in seinem letzten Jahresrapport. Es komme nicht von ungefähr, dass immer wieder auch Vertreter ausländischer Armeen sich in Walenstadt informieren. Zwischen dem Gefechtsübungszentrum Heer im deutschen Gardelegen (Sachsen-Anhalt) besteht eine enge Zusammenarbeit. Eine Armee müsse aber auch mit scharfem Schuss üben können. Oberst i Gst Drexel hält klar fest, dass dabei sämtliche Lärmvorschriften des Bundes eingehalten werden.

Dank seinem umfangreichen Netzwerk und seiner Fachkompetenz erreichte Oberst i Gst. Drexel zugunsten der Region und der Armee viel Beachtenswertes und trug wesentlich zur Stärkung des AZA bei. 

Drexel bricht seine Beziehungen zu Walenstadt nicht ganz ab. Als Zivilist bleibt er Mitglied des Lions Club Walensee. Oberst Drexel fand lobende Worte für die Unterstützung durch tolle Teams und Vorgesetzte. Im Gegenzug kam ein Lob zurück.

Kernbotschaft mit drei T

Ein Blick in die Namen der AZA-Kommandanten zeigt, dass Oberst i Gst. Marco Anrig der erste Sarganserländer im Kommando ist. Frühere Kommandanten kamen aus allen Teilen der Schweiz. Sie wurden alle aufgrund ihrer militärischen Fähigkeiten nach Walenstadt beordert. Mehrere nahmen auch im Städtchen mindestens während ihrer Funktionsausübung Wohnsitz.

Mit Marco Anrig vom Schwefelbad in Sargans, wohnhaft in Maienfeld, übernimmt jetzt ein Sarganserländer. Diesem ist Walenstadt persönlich zivil und militärisch bekannt. Seit Januar 2022 war er am AZA Kommandant Lehrgänge und Kurse. Sein Nachfolger ist Oberst i Gst Marc Bonjour. 

Anrig ist seit 1999 Berufsoffizier. 2000 schloss er das Diplomstudium als eidg. dipl. Berufsoffizier an der ETH Zürich ab. In den letzten Jahren war er u.a. Kommandant eines Führungslehrganges an der Zentralschule in Luzern, Kommandant der Infanterieschule 12 in Chur und Stabschef der Gebirgsinfanteriebrigade 12. Im Rahmen einer Zusatzausbildung besuchte er während zwei Jahren die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

In seiner Antrittsrede fasste er seine Kernbotschaft in drei T: T wie Teamgeist als Summe vieler optimistischer und positiver Spezialisten; T wie Transparenz im offenen Umgang mit Informationen und Wissen innerhalb gesetzter Grenzen; T wie Talente oder aus den Mitarbeitenden das Beste herausholen. Für KKdt Walser übernimmt ein Macher und Garant das AZA der Zukunft.

Die Armee hat einen Plan

Nachdem KKdt Hans-Peter Walser die Leistung des abtretenden AZA-Kommandanten als positiv unschätzbar bezeichnete, warf er einen Blick auf die aktuelle Weltlage, bzw. auf die Konflikte und die kriegerischen Ereignisse auf und unter dem Radar. Namhafte Politiker und Militärs in Europa sprechen von einer drohenden Kriegsgefahr. Europa und die Schweiz müssen sich vorbereiten. Es brauche eine von der Bevölkerung getragene robuste Armee und auch ein Parlament, das die Zeichen der Zeit erkenne. Europa und auch die Schweiz müssen eigenständig die Sicherheit in die Hand nehmen. Der Zeitfaktor könne nicht beliebig ausgedehnt werden. Die Schweiz tue gut daran, selbst wiederkriegstüchtig zu werden. Dies bedinge Ausbildung, Material, die Nutzung der Technologie und Finanzen. Die künftige Ausbildung der Armee müsse sich nach den neuen Gegebenheiten ausrichten. Das AZA sei auf diesem Weg. Die Armee habe einen Plan, so KKdt Walser. Politik und Bevölkerung müssen aber dahinterstehen. Trainings hätten nicht nur auf den entsprechend ausgebauten Waffenplätzen, sondern in realem Umfeld zu erfolgen. Die Stärkung der internationalen Kooperation sei eine weitere Bedingung. (sg)

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