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Keystone-SDA | Montag, 14. September 2026

Tragisches Fährunglück in Indonesien - 129 Menschen vermisst

Innerhalb weniger Augenblicke wurde aus einer nächtlichen Überfahrt ein Kampf ums Überleben: Nach dem plötzlichen Kentern einer Fähre in Indonesien läuft die verzweifelte Suche nach den 129 Vermissten. Die Retter sind Behördenangaben zufolge am Tag nach dem schweren Unglück unter anderem mit Flugzeugen, mehr als einem Dutzend Schiffen sowie Rettungstauchern im Einsatz.

Die Fähre "Virgo Transport 8" war am Sonntag mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von der Grossstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo. Plötzlich geriet das Schiff der Rettungsbehörde Basarnas zufolge vermutlich wegen extrem hohen Wellengangs in Seenot und kippte zur Seite. Später wurde es kieloben im Meer entdeckt. Sechs Menschen wurden bislang tot geborgen, 108 weitere konnten lebend gerettet werden.

"Alles ist so schnell passiert"

Derweil berichteten Augenzeugen von den dramatischen Momenten an Bord, als die Fähre mitten in der Nacht und innerhalb kürzester Zeit kenterte. Da hatte das Schiff etwa zwei Drittel der knapp 500 Kilometer langen Strecke zurückgelegt.

Der Überlebende Ahmad Saudi sagte einem lokalen Fernsehsender, er habe geschlafen, als er jemanden habe rennen hören. "Das Schiff neigte sich immer weiter", berichtete er. Er habe sich mit aller Kraft festgehalten, bis die Fähre vollständig gekentert sei, und sich dann nach oben auf den Rumpf gekämpft.

Dann sei ein aufblasbares Rettungsboot aufgetaucht, in das er sich habe retten können. Passagiere vor allem in den Kabinen der Economy-Klasse hätten aber möglicherweise kaum eine Chance zur Flucht gehabt, sagte Saudi. "Alles ist so schnell passiert. Es gab keinen Alarm und keine Warnung. Es gab keine Anzeichen."

Unterwasserdrohne im Einsatz

Die Retter befürchten, dass noch Passagiere im Innenraum eingeschlossen sein könnten. Die Marine entsandte erfahrene Taucher einer Spezialeinheit und eine Unterwasserdrohne.

Auch ein anderer Mann erzählte, das Schiff sei ganz plötzlich gekippt. Kurz entschlossen habe er sich eine Schwimmweste angezogen und sei ins Meer gesprungen, sagte der 30-Jährige der Nachrichtenagentur Antara. Dabei habe er sich an der Stirn verletzt und sich dann rund eine Stunde lang an einem Stück Sperrholz festgehalten, während hohe Wellen über ihn hinwegschlugen. Immer wieder habe er grosse Mengen Meerwasser geschluckt.

Schliesslich erreichte er ein Rettungsboot, das sich von der Fähre gelöst hatte. Kurz darauf wurden er und drei weitere Menschen von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet. Er hat überlebt - aber vier seiner Kollegen werden weiterhin in der Javasee vermisst.

Immer wieder schwere Schiffsunglücke

Fähren sind im weltgrössten Inselstaat Indonesien ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes: In dem aus mehr als 17.000 Inseln bestehenden Archipel sind viele Menschen auf den Schiffsverkehr angewiesen. Aber immer wieder kommt es auch zu schweren Unglücken.

Die Schiffe transportieren Passagiere über teils stark befahrene und bei schlechtem Wetter auch raue Gewässer. Sicherheitsstandards werden dabei oft nur unzureichend durchgesetzt, zudem sind die Passagierschiffe häufig überfüllt.

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