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Trotz Müdigkeit reicht es Audrey Werro zum Sieg
Wenige Tage nach der EM in Birmingham zeigen sich bei der Athletissima die Folgen der Titelkämpfe. Die Stimmen zum Diamond-League-Meeting in Lausanne.
Während Audrey Werro trotz Müdigkeit weiter siegt und Simon Ehammer den Druckabfall geniesst, arbeitet sich Ditaji Kambundji Schritt für Schritt zurück.
Werro hatte zwischen Birmingham und Lausanne kaum Zeit zum Durchatmen. Nur zwei Tage verbrachte die 22-jährige Freiburgerin zuhause, ehe bereits der nächste Auftritt anstand. "Ich bin auch noch etwas müde von der EM", räumte sie nach ihrem Sieg über 800 m gegenüber dem SRF-Reporter ein, bevor sie wegen einer Dopingkontrolle den restlichen Medienparcours nicht mehr absolvieren konnte.
Die Strapazen zeigten sich vor allem auf den letzten Metern. Nach einem sehr schnellen Beginn musste Werro hart arbeiten, um die Niederländerin Femke Broeders-Bol noch um sieben Hundertstel in Schach zu halten. "Am Schluss war es ein bisschen schwierig. In Birmingham war es einfacher gewesen." Die Freude am Auftritt vor heimischem Publikum überwog dennoch. "Ich habe viel Spass gehabt, heute hier zu rennen."
Erst nach und nach auf Touren
Auch Simon Ehammer brauchte nach der EM etwas Zeit, um in Lausanne auf Touren zu kommen. Der Weitspringer kämpfte mit wechselnden Windbedingungen und fand erst im Verlauf des Wettkampfs besser in seinen Rhythmus. Mit 8,13 m und Platz 2 hinter Miltiadis Tentoglou fiel seine Bilanz dennoch positiv aus. "Am Schluss bin ich sehr zufrieden."
Nach Birmingham sei ein gewisser Druck abgefallen, betonte der Appenzeller. Umso wichtiger war für ihn die Erkenntnis, dass die Form weiterhin stimmt. "Auch wenn es vielleicht etwas mehr Zeit brauchte, ist es gut, jetzt auf diesem Niveau wieder Fuss zu fassen." Zusätzliche Zuversicht geben ihm mehrere weite, aber ungültige Versuche. "Ich hatte ein paar Supersprünge, die leider ungültig waren, aber sie zeigen, dass noch mehr möglich ist."
Suche nach der Sicherheit
Für Ditaji Kambundji geht es derzeit weniger um Spitzenresultate als um die Rückkehr zur gewohnten Sicherheit. Nach einer achtwöchigen Zwangspause und ihrem Comeback an der EM fehlte der Weltmeisterin über 100 m Hürden in Lausanne auf der zweiten Rennhälfte noch die nötige Substanz. Mit 12,71 Sekunden belegte sie Platz 6.
Enttäuschung löste das Resultat bei der Bernerin nicht aus. "Ich habe das Gefühl, dass ich bei jedem Rennen etwas lernen kann." Der Start sei ihr gelungen, danach habe sich die fehlende Wettkampfpraxis bemerkbar gemacht. "Mir fehlt noch ein wenig Wettkampferfahrung und Training, um die Distanz wirklich durchhalten zu können."
Die verbleibenden Rennen der Saison sollen Kambundji nun helfen, wieder näher an ihre Bestform heranzukommen. Dass der Weg dorthin über Schweizer Meetings führt, kommt ihr entgegen. "Mir bleibt vor allem die Schweizer Stimmung in Erinnerung, das Publikum, das für mich etwas lauter jubelt als für die anderen." Gerade diese Nähe schätzt sie: "Ich liebe solche Wettkämpfe, weil man die Freude an der Leichtathletik wirklich mit unserem Publikum teilen kann."
Bereits am 27. August bietet sich bei Weltklasse Zürich die nächste Gelegenheit. Kambundji bleibt trotz der schwierigen Saison optimistisch. "Jede kann gewinnen, also könnte ich auch an der Reihe sein."

















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