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Keystone-SDA | Freitag, 10. Juli 2026

Türkei unterzeichnet Pipeline-Abkommen zur Gasversorgung Nordzyperns

Die Türkei und Nordzypern haben eine Absichtserklärung zum Bau einer Unterwasser-Erdgaspipeline unterzeichnet. Türkische Regierungsvertreter hoffen, dass dieses Projekt die Energiesicherheit des Gebiets stärken wird. Die geplante Pipeline soll sich über eine Länge von 97 Kilometern unter dem Mittelmeer erstrecken und nach Angaben des türkischen Staatssenders "TRT" im Jahr 2028 in Betrieb genommen werden.

Die Türkei versorgt das Gebiet im Norden der Mittelmeerinsel, der nur von Ankara als Türkische Republik Nordzypern anerkannt wird, bereits über eine Unterwasserpipeline mit Wasser.

Der türkische Vizepräsident Cevdet Yılmaz unterzeichnete das Abkommen während eines Besuchs in Nordzypern und bezeichnete das Projekt als "historische" Initiative. Energieminister Alparslan Bayraktar, der Yılmaz begleitete, erklärte auf der Plattform X, die Türkei betrachte die Energiesicherheit Nordzyperns als "untrennbaren Teil" ihrer eigenen.

Die international anerkannte Regierung Zyperns in Nikosia verurteilte die Absichtserklärung aufs Schärfste. Die Absichtserklärung Ankaras "fügt sich in ihre anhaltenden Bestrebungen ein, die durch die Besatzung geschaffenen Fakten zu zementieren und die weitere Integration der besetzten Gebiete in die Türkei zu fördern", hiess es in der Erklärung des zyprischen Aussenministeriums weiter.

"TRT" berichtete, die Pipeline könne auch zum Transport von Erdgas in die Türkei genutzt werden, falls in Zukunft im östlichen Mittelmeer wirtschaftlich nutzbare Vorkommen entdeckt würden.

Zypern ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 de facto geteilt. Der Norden ist bis heute von türkischen Truppen besetzt. Die gesamte Insel ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU-Recht und Regelwerk gilt jedoch nur im Süden der drittgrössten Mittelmeerinsel.

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