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UEFA will Strafverfahren gegen FIFA-Boss Infantino
Die UEFA bereitet wegen des WM-Investorendeals ein Strafverfahren gegen den Schweizer FIFA-Chef Gianni Infantino wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung vor.
Der europäische Fussballverband fordert den Weltverband und beteiligte Finanzinstitute zur Herausgabe von Dokumenten rund um das gescheiterte Projekt auf. Das geht aus einem 60-seitigen Dokument an ein Distriktgericht im US-Bundesstaat Florida hervor. Darin erhebt die UEFA zahlreiche Vorwürfe des Fehlverhaltens gegen Infantino auch über den Streit um den Verkauf von WM-Anteilen hinaus. In Monaco, wo am Donnerstagabend die Auslosung der Champions Legaue stattfand, präsentierte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin den 55 nationalen Fussballverbänden die nächsten Schritte.
Infantino hatte an den FIFA-Gremien vorbei ein milliardenschweres Investorenmodell für die WM-Vermarktung herbeiführen wollen und dafür konkrete Pläne mit amerikanischen Geldgebern vorgelegt. Das hatte zu massiven Protesten vor allem aus Europas Fussball-Führungszirkel gesorgt. Infantino musste seine Pläne zurückziehen. Folgende Rücktrittsforderungen lehnte er ab.
Verfahren in der Schweiz
Nun will die UEFA auf juristischem Weg den Sturz des Wallisers herbeiführen. Im Kern geht es um den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Im Falle einer Verurteilung könnte Infantino der UEFA zufolge sogar eine Haftstrafe drohen. Ein Verfahren würde in der Schweiz, der Heimat der FIFA, anhängig sein. Der Weg über die amerikanische Justiz hat formale Gründe, da in Florida die FIFA-Rechtsabteilung ansässig ist.
Das Vorgehen erinnert an den Sturz von Infantinos Vorgänger Sepp Blatter 2015. Der langjährige FIFA-Boss gab sein Amt auf, nachdem die amerikanische Justiz in zahlreichen Fällen ermittelt hatte. Blatter selbst wurde nie verurteilt, aber sein Führungskonzept war nicht mehr tragbar. Nun attackiert die UEFA Infantino allerdings frontal.
Noch kein Gegenkandidat
Infantino will sich am 18. März 2027 zum vierten Mal zum FIFA-Chef wählen lassen. Unter den stimmberechtigten 211 FIFA-Mitgliedsländern gibt es derzeit keine klare Mehrheit für oder gegen ihn. Ein Alternativkandidat konnte von der UEFA bisher nicht benannt werden. Offenbar soll die Personalie nun von Gerichten beantwortet werden.

















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