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Keystone-SDA | Donnerstag, 26. Februar 2026

UN-Frauenorganisation "zutiefst besorgt" über Taliban-Dekret

Die UN-Frauenorganisation UN Women sieht Mädchen und Frauen in Afghanistan durch ein neues Dekret der Taliban einem grösseren Risiko von Gewalt ausgesetzt. "UN Women ist zutiefst besorgt über die Auswirkungen des Dekrets", teilte die Beauftragte von UN Women in Afghanistan, Susan Ferguson, mit.

In dem Dekret definieren die in Afghanistan regierenden Taliban neu, welche Strafen für Vergehen im Land gelten. Dabei unterscheidet der im Januar eingeführte Text Strafen für Frauen und Männer und unterteilt die Gesellschaft in Afghanistan in vier Klassen.

Experten befürchten Willkür

Unterzeichnet wurde das Schreiben an die Gerichte im Land vom obersten Taliban-Führer Haibatullah Achundsada. Die afghanische Menschenrechtsorganisation Rawadari hatte Ende Januar auf den Gesetzestext aufmerksam gemacht. Nach Einschätzung von Experten handelt es sich dabei um eine Art Strafrecht, das jedoch viele Graubereiche enthalte und so auch Willkür ermögliche.

Entsprechend dem Dekret müssten Frauen Misshandlungen selbst beweisen – und das voll verschleiert in Anwesenheit eines männlichen Begleiters, der möglicherweise auch der Täter ist. Zudem kritisierte das UN-Organ, dass Frauen und deren Angehörige zu Gefängnisstrafen verurteilt werden können, wenn sie zu oft ohne Einverständnis ihrer Ehemänner Familienmitglieder besuchen. In Afghanistan gelten Familien von Frauen häufig als ein letzter Schutzraum vor häuslicher Gewalt.

UN-Hochkommissar: "Friedhof für Menschenrechte"

In Genf kritisierte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, die Taliban scharf: "Die Frauen und Mädchen in Afghanistan sind extremer geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Unterdrückung ausgesetzt, die einer Verfolgung gleichkommt", sagte er in einer Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat. "Afghanistan ist ein Friedhof für Menschenrechte."

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