Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Unglaublicher Franjo von Allmen: Olympia-Gold auch im Super-G
Franjo von Allmen ist der olympische Superstar der Stunde: Nach Olympia-Gold in Abfahrt und Team-Kombination schnappt sich der Berner in Bormio auch den Sieg im Super-G. Marco Odermatt wird Dritter.
Drei olympische Starts, dreimal Gold: Der Olympia-Debütant Franjo von Allmen schreibt innert fünf Tagen Schweizer Sportgeschichte. Vor dem 24-jährigen Berner Oberländer aus Boltigen schaffte es noch nie ein Schweizer - egal ob Mann oder Frau -, an den gleichen Winterspielen drei Goldmedaillen zu gewinnen.
Überhaupt gibt es neben von Allmen nur drei Wintersportler aus der Schweiz, die drei oder mehr Olympiasiege im Palmarès haben: der Skispringer Simon Ammann (2002 und 2010 mit jeweils zweimal Gold), der Langläufer Dario Cologna (mit zwei Triumphen 2014 und je einem 2010 und 2018) und die Skirennfahrerin Vreni Schneider, die 1988 zweimal und 1994 einmal an Olympia triumphierte.
Historisches gelang von Allmen auch aus internationaler Sicht. Vor ihm schaffte es erst ein Alpin-Trio, an den gleichen Olympischen Spielen dreimal zuoberst auf dem Podest zu stehen: Janica Kostelic 2002, Jean-Claude Killy 1968 und Toni Sailer 1956.
Gold mit 13 Hundertsteln Vorsprung
Von Allmen zeigte auf der Piste Stelvio mit Nummer 7 nach gewohnt energischem Start eine dynamische und fehlerfreie Fahrt. Weil er im Ziel allerdings nur um 13 Hundertstel vor dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle lag, konnte sich der Berner seiner Sache nicht sicher sein. "Ich hätte nach meiner Fahrt nicht gedacht, dass ich nach 15 Fahrern noch vorne bin", so von Allmen im ersten TV-Interview.
Doch Fahrer um Fahrer, vom Österreicher Raphael Haaser (am Ende Fünfter) über den italienischen Shooting-Star Giovanni Franzoni (Sechster) und ÖSV-Oldie Vincent Kriechmayr (Siebter) bis hin zu Marco Odermatt, scheiterte an der Marke des Ski-Überfliegers der Stunde.
Odermatt auch mit dritter Olympia-Medaille
Odermatt, der beste Super-G-Fahrer der letzten vier Jahre, lag bei der ersten Zwischenzeit noch um einen Zehntel vorne. Nach 55 Fahrsekunden betrug der Rückstand des Nidwaldners nur vier Hundertstel, im Ziel waren es dann deren 28 - nur Rang 3, noch hinter Cochran-Siegle, der schon 2022 in Peking in dieser Disziplin Silber geholt hatte.
Odermatt war direkt nach seiner Fahrt die Enttäuschung anzusehen. Doch mit zunehmender Dauer des Rennens durfte sich der 28-Jährige gewiss sein, dass er zumindest Bronze gewinnen würde - mit einer Marge von 0,03 Sekunden auf den viertklassierten Franzosen Nils Allègre.
Wie von Allmen hält auch er nun bei drei olympischen Medaillen. Am Montag hatte Odermatt, zusammen mit Loïc Meillard, in der Team-Kombination Silber geholt (hinter dem Duo von Allmen/Tanguy Nef), vor vier Jahren in China war er Riesenslalom-Olympiasieger geworden.
Enttäuschungen setzte es für die weiteren zwei Schweizer Super-G-Starter ab: Stefan Rogentin wurde mit 0,82 Sekunden Rückstand Neunter, Alexis Monney Zehnter.


















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar