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Keystone-SDA | Mittwoch, 16. September 2026

US-Notenbank erhöht erstmals seit Juli 2023 wieder Leitzins

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hebt wegen der hartnäckig hohen Inflation erstmals seit Sommer 2023 den Leitzins an. Dieser steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent, wie der Fed-Zentralbankrat am Mittwoch mitteilte.

Notenbank-Chef Kevin Warsh gerät damit auf Konfrontationskurs mit US-Präsident Donald Trump, nachdem die Fed seit Monaten nichts geändert hatte und die Forderungen aus dem Weissen Haus nach niedrigeren Zinsen wirkungslos geblieben waren.

Vor knapp einer Woche hatte schon die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der wegen des israelisch-US-amerikanischen Militärangriffs auf den Iran und der daraus folgenden Blockade der Strasse von Hormus gestiegenen Teuerung ihren Leitzins erhöht, bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Die Notenbank hob den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an.

Mit der Straffung der Geldpolitik dürfte Warsh gleich zwei Lager von Kritikern besänftigt haben. So vermissten einige Experten seit seinem Amtsantritt im Mai tatsächliche Schritte, um der von ihm priorisierten Preisstabilität nachzukommen.

An den Finanzmärkten war befürchtet worden, dass eine sechste Zinspause in Folge seit Dezember 2025 die Glaubwürdigkeit der Fed massiv beschädigt hätte. Zudem dürfte Warsh zunächst jenen Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihm eine zu grosse Nähe zu Trump nachgesagt hatten.

Dass die Fed ihre Geldpolitik nun strafft, hatten viele Ökonomen erwartet. So hatte sich Warsh Ende August ungewöhnlich deutlich zur hohen Teuerungsrate geäussert und damit Spekulationen über eine Straffung der Geldpolitik angeheizt.

Seit Dezember 2025 hatte die Fed fünfmal in Folge den Leitzins nicht angerührt und die Spanne bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Die letzte Erhöhung erfolgte im Juli 2023.

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