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Keystone-SDA | Samstag, 18. April 2026

UZH-Rektor warnt vor Folgen höherer Studiengebühren

Der Rektor der Universität Zürich, Michael Schaepman, hat sich klar gegen eine Erhöhung der Semesterbeiträge ausgesprochen. Höhere Gebühren würden das Studium verlängern, da Studierende vermehrt nebenbei arbeiten müssten, sagte er im Interview mit der "NZZ".

Die heutigen Semesterbeiträge von 720 Franken folgten keiner marktwirtschaftlichen Logik. "Das ist eine rein historisch gewachsene, letztlich willkürliche Eintrittsschwelle", sagte Schaepman.

Der Uni-Rektor warnte zudem vor sozialen Folgen. Bereits heute spiele die finanzielle Situation der Eltern eine wichtige Rolle bei der Studienwahl. "Wir sollten den sozialen Aufstieg nicht weiter durch finanzielle Hürden erschweren", sagte Schaepman weiter. Kritisch sehe er auch einzelne Erhöhungen in kostenintensiven Studiengängen wie Medizin, da sich diese kaum mit einem Nebenjob vereinbaren liessen. Nur rund zehn Prozent der Studierenden erhielten Stipendien oder andere finanzielle Unterstützung, während die grosse Mehrheit ohne zusätzliche Hilfe auskommen müsse.

Hohe Lebenshaltungskosten in Zürich

Finanziell hätten die Semestergebühren für die Universität nur geringe Bedeutung. Sie machten laut Schaepman weniger als zwei Prozent im Budget aus, was rund 30 Millionen Franken bei einem Umsatz von 1,8 Milliarden entspreche.

Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb gebe er zudem zu bedenken, dass die Lebenshaltungskosten in Zürich bereits sehr hoch seien. Studierende benötigten im Schnitt rund 2300 Franken pro Monat. Zusätzliche Gebühren könnten dazu führen, dass sich einige gegen den Studienstandort Zürich entschieden.

Als Alternative bringe Schaepman ins Spiel, ausländische Absolventinnen und Absolventen zu verpflichten, nach dem Studium mindestens vier Jahre in der Schweiz zu arbeiten und Steuern zu bezahlen. "Wenn wir die ausländischen Abgängerinnen und Abgänger hierbehalten, ist die Wertschöpfung viel höher als bei jeder Gebührenerhöhung", sagte Schaepman weiter.

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