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Keystone-SDA | Montag, 12. Januar 2026

Venezuela: NGOs drängen auf Freiheit politischer Gefangener

Menschenrechtsorganisationen drängen auf rasche Fortschritte bei der von der Regierung in Venezuela zugesagten Freilassung politischer Gefangener.

Nach Kritik von NGOs, der Prozess komme nur schleppend voran, teilte die venezolanische Gefängnisverwaltung mit, es seien "in den letzten Stunden 116 neue Haftentlassungen erfolgt". Im Dezember 2025 seien bereits 187 Menschen freigelassen worden.

Die Nichtregierungsorganisation "Justicia, Encuentro y Perdón" konnte die neue Zahl zunächst nicht bestätigen, teilte aber mit, sie habe 53 Freilassungen verifizieren können. Zuvor hatte sie von 24 bestätigten Fällen gesprochen. Angesichts der hohen Erwartungen und der vielen zu Unrecht Inhaftierten sei das Tempo bei den Freilassungen "eindeutig unzureichend", schrieb die Organisation auf X.

Auch die Menschenrechtsorganisation "Foro Penal" veröffentlichte eine Liste mit Personen, deren Freilassung sie bestätigen kann. Es sind 41 Fälle. Darunter seien zwei italienische Staatsbürger – der Entwicklungshelfer Alberto Trentini und der Unternehmer Mario Burlò. Prominente Oppositionspolitiker wie Juan Pablo Guanipa befanden sich demnach nicht auf der Liste. Die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel sei Teil einer früheren Gruppe von 17 Freigelassenen gewesen, teilte die Organisation mit.

Meloni: Italiener in Sicherheit

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, Trentini und Burlò seien "in Sicherheit in der italienischen Botschaft in Caracas". Sie habe mit beiden gesprochen; ein Flugzeug aus Rom sei bereits unterwegs, um sie nach Italien zu bringen. Meloni dankte der venezolanischen geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez für die "konstruktive Zusammenarbeit".

Landesweite Mahnwachen

Die Regierung in Caracas hatte in der vergangenen Woche angekündigt, eine grosse Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener freizulassen, nannte jedoch weder Zahlen noch Namen. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, Bruder von Delcy Rodríguez, sprach von einer Geste "auf der Suche nach Frieden".

Angehörige politischer Gefangener hielten Medienberichten zufolge landesweit Mahnwachen vor Haftanstalten ab und beklagten fehlende Informationen seitens der Behörden.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren willkürliche Festnahmen und intransparente Haftbedingungen. Besonders das Gefängnis El Helicoide in Caracas gilt als Symbol staatlicher Repression; ehemalige Häftlinge berichten von Misshandlungen und Folter.

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