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Keystone-SDA | Dienstag, 29. September 2026

Vermehrt Proteste an Frankreichs Gymnasien

Die teils gewaltsamen Proteste gegen eine schlechte Ausstattung von Schulen in Frankreich haben sich auf über 300 Gymnasien ausgedehnt. 338 Einrichtungen seien von Blockaden oder Protestaktionen im Tagesverlauf betroffen gewesen, teilte das Kultusministerium in Paris mit.

Am Mittag sei der Zugang zu 40 Gymnasien weiterhin komplett blockiert gewesen, an 44 weiteren Schulen versuchten Protestierende, Blockaden zu errichten. Bei den Protestaktionen habe es 40 Festnahmen und zehn Verletzte gegeben, darunter Schüler und Lehrkräfte. Die Gymnasialgewerkschaft USL sprach von 400 blockierten Gymnasien.

Schüler beklagen fehlende Lehrer und schlechte Ausstattung

Die Proteste hatten bereits am vergangenen Freitag an weiterführenden Schulen im Grossraum Paris begonnen. Sie richten sich gegen fehlende Mittel, zu wenig Lehrkräfte an den Schulen und heruntergekommene Gebäude.

Am Montag waren bei Protesten an Schulen in mehreren Städten Frankreichs Dutzende Menschen verletzt und mindestens 164 festgenommen worden. Während die Regierung Gewalt seitens der Protestierenden beklagte, warnten die Gewerkschaften davor, die Polizei gegen die legitimen Proteste der jungen Leute einzusetzen.

Am Dienstag stand in Frankreich ausserdem ein nationaler Streiktag im öffentlichen Dienst an. Dieser dreht sich um befürchtete Einsparungen im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, den Premier Sébastien Lecornu am Donnerstag vorlegen will. Nötig sind Milliardeneinsparungen, da Frankreichs Staatsverschuldung inzwischen auf einen Rekordwert angestiegen ist.

Wie bereits im vergangenen Jahr dürfte es ein Kraftakt für das Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron werden, den Haushalt ohne eigene Mehrheit durchs Parlament zu bringen. Wie im Vorjahr will Lecornu auf die Sozialisten zugehen, um eine Kompromisslinie zu finden. Im Anlauf auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr sind radikale Einschnitte aber nicht zu erwarten.

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