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Keystone-SDA | Dienstag, 02. Juni 2026

Versunkener Palast in Istanbul für Touristen geschlossen

Touristen stehen vor verschlossenen Türen: Der politische Machtkampf in der Türkei wird nun auch über eine der grössten Attraktionen Istanbuls, die versunkene Cisterna Basilica, ausgetragen.

Konkret hat sich die Zuständigkeit für die historische Stätte geändert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Cisterna Basilika liegt in Sultanahmet, dem historischen Zentrum Istanbuls, in unmittelbarer Nähe zur Hagia Sofia.

Hintergrund ist eine Gerichtsentscheidung, wonach der Betreiber nun das "Generaldirektorat für Stiftungen" ist, berichtete Anadolu. Das Generaldirektorat untersteht dem von der AKP regierten Ministerium für Kultur und Tourismus. Zuvor hatte die oppositionell regierte Istanbuler Stadtverwaltung die in der Türkei "Yerebatan Sarnici" genannte Zisterne betrieben.

Medienberichten zufolge fand die Räumung der Zisterne mitten im laufenden Betrieb statt, so dass Touristinnen und Touristen vor verschlossener Tür standen. Wann der bei lokalen und internationalen Reisenden beliebte Ort wieder öffentlich zugänglich sein wird, ist derzeit noch unklar.

Räumung angeordnet

In der Entscheidung hiess es laut Anadolu, die Istanbuler Stadtverwaltung habe das Stiftungsgut "lange Zeit besetzt" gehalten. Osman Cenk Akin, Geschäftsführer der Subfirma der Stadtverwaltung IBB Kültür AS, erwiderte, man habe das Gebäude als "Mieter" verwaltet. Gegen zahlreiche Mitarbeiter und den abgesetzten Bürgermeister der Istanbuler Stadtverwaltung laufen derzeit Strafverfahren. Die Opposition sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Kampagne der Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Aufwendige Restaurierung durch Istanbuler Stadtverwaltung

Die Cisterna Basilika, die auch als "Versunkener Palast" bezeichnet wird, wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian als Wasserspeicher für den Grossen Palast gebaut. Nach der Eroberung Istanbuls durch die Osmanen diente die Zisterne ebenfalls zur Wasserversorgung des nahegelegenen Topkapi-Palastes.

2022 hatte die Istanbuler Stadtverwaltung die Zisterne renoviert und mit einer modernen Lichtinstallation gestaltet. Akin betonte, seit der Renovierung hätten 11 Millionen Menschen die Zisterne bereits besucht. Auch ein stark vergünstigter Eintrittspreis für lokale Touristen sei eingeführt worden. Die Entscheidung des Gerichts stiess auf scharfe Kritik.

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