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Walliser Gemeinde Randa erhöht Warnstufe nach Gletscherabbrüchen
Die Situation am Weisshorn bei Randa im Oberwallis bleibt weiter angespannt: Nachdem es am Montag zu mehreren Gletscherabbrüchen gekommen war, hat die Gemeinde die Überwachung auf Stufe 3 erhöht. Weitere Abbrüche in den kommenden Tagen werden nicht ausgeschlossen.
Am Montagnachmittag hatten sich am Hängegletscher Weisshorn Ost mindestens drei Abbrüche ereignet, wie die Gemeinde Randa im Mattertal am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
Keine Einschätzung möglich
Der grösste Abbruch sei zwischen 17.00 und 18.00 Uhr niedergegangen. Aufgrund einer deutlichen Zunahme der Bewegungen erhöhten die Behörden die Überwachung am Montag auf die Stufe 3. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen am Dienstagmorgen war es zunächst nicht möglich eine verlässliche Einschätzung der Abbruchvolumen zu machen.
Wegen erhöhter Aktivität werden die Bewegungen am Hängegletscher Weisshorn Ost bereits seit Ende Juni 2026 überwacht. Zeitgleich sei der entsprechende Gefahrenperimeter definiert und gekennzeichnet worden. Ob die erhöhte Gefährdung anhalte oder ob es zu einer Entspannung der Situation komme, werde nun weiter beobachtet, hiess es am Dienstag.
Weitere Abbrüche nicht ausgeschlossen
Innerhalb des definierten Perimeters gilt bis auf Weiteres ein Aufenthaltsverbot. Ausserdem blieben die offiziellen Zugänge für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrerinnen und Velofahrer gesperrt.
Die zuständigen Fachstellen schliessen weitere Abbrüche in den kommenden Tagen nicht aus. Diese könnten eine Reichweite bis in den gekennzeichneten Gefahrenbereich haben.
Anders als in Blatten
Im Westschweizer Radio RTS erklärte Guillaume Favre-Bulle, Leiter der Abteilung für geologische Gefahren beim Kanton Wallis, dass diese Art von Ereignis "völlig anders" sei als das in Blatten im Mai 2025. "Wir gehen nicht von einem ähnlichen Szenario aus", sagte er.
In Blatten hatte sich der Felssturz ganz in der Nähe des Talbodens ereignet. In Randa handle es sich um einen höher gelegenen Gletscher, bei dem zuvor ein kleines Gletscherplateau überwunden werden müsse, so Favre-Bulle. Auch wenn die beiden Fälle nicht vergleichbar seien, machten sie beide die Gefahren in einem Alpental sichtbar.
Der Geologe geht von zwei möglichen Szenarien aus: Der Gletscher könnte langsam - "Stück für Stück" - zerfallen oder es könnte die gesamte instabile Masse auf einmal abrutschen. Gemäss Favre-Bulle geben die von Experten durchgeführten Simulationen derzeit jedoch "keine Anzeichen dafür, dass sich eine Eislawine bis zum Dorf ausbreiten könnte".
Dreifach-Bergsturz 1991
In der Vergangenheit kam es am Weisshorn wiederholt zu Gletscherabbrüchen. Das grösste historisch dokumentierte Ereignis datiert aus dem Jahr 1819. Die damals ausgelöste Lawine habe im Dorf Randa grosse Schäden verursacht. Weitere Abbrüche in den Jahren 1972 und 1973 verliefen glimpflicher und kamen auf einem Gletscherfeld zum Stillstand.
Die Gemeinde Randa ist historisch auch von anderen Naturgefahren geprägt. Im Jahr 1991 ereignete sich am Längenfluhberg ein grosser Dreifach-Bergsturz. Innert weniger Wochen stürzten fast 50 Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal.
Die Felsmassen verschütteten die Bahnlinie und die Strasse. Zudem stauten sie den Fluss Vispa auf. Menschen kamen bei den Bergstürzen nicht zu Schaden, jedoch verendeten Nutztiere und 33 Gebäude wurden zerstört.



















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