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Keystone-SDA | Dienstag, 15. September 2026

Was eine digitale Simulation über Felssturz in Blatten VS verrät

Forschende haben den Felssturz von Blatten VS digital nachgebaut. Die Simulation zeigt den Ablauf des Sturzes und soll künftig helfen, die Risiken solcher Naturgefahren in betroffenen Gemeinden abzuschätzen.

Der Fels- und Eissturz vom 28. Mai 2025 in Blatten VS gehört zu den am besten dokumentierten Ereignissen dieser Art. Anhand verschiedener Daten erstellte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Jiahui Kang, Geophysikerin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), eine Simulation des Sturzes. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Communications Earth & Environment" publiziert.

"Mit jedem Ereignis lassen sich die Modelle und die Vorhersagekraft verbessern", so Kang. Würde der Ansatz auf weitere Ereignisse angewendet, könnten Zusammenhänge zwischen Volumen, Eisgehalt und Ausbreitung aufgedeckt werden. Dies könnte künftige Gefahrenbewertungen für Gemeinden erleichtern.

Für die Studie sammelten die Forschenden seismische Daten, Luftbilder und Proben der Ablagerungen. Zusammen mit dem Ausgangsvolumen, Geländemodellen und den geltenden physikalischen Gesetzen konnte der Computer den gesamten Ablauf des Sturzes digital darstellen. Die Auswertung der seismischen Daten erlaubte eine erstaunlich genaue Schätzung der Eis- und Steinmasse.

An jenem Tag im Mai 2025 stürzten über neun Millionen Kubikmeter Fels und Eis vom Birchgletscher ins Lötschental. Das Ereignis wurde von zahlreichen seismischen Sensoren registriert, die in einer Entfernung von fünf bis zu mehreren hundert Kilometern lagen.

Die zunehmende Instabilität zeigte sich gemäss WSL schon vor dem Hauptsturz: In den zwei Wochen vor dem Hauptsturz wurden auf der nahegelegenen Lauchernalp rund 700 kleinere Steinschläge registriert.

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