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Weltweit mehr antisemitische Gewalt
Die Zahl schwerer antisemitischer Straftaten ist laut einem Bericht im vergangenen Jahr weltweit auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten gestiegen.
Laut dem aktuellen Jahresbericht der Tel Aviver Universität wurden im vergangenen Jahr 20 Juden bei vier Anschlägen auf drei Kontinenten getötet. Dies sei die höchste Zahl von Todesopfern antisemitischer Angriffe seit mehr als 30 Jahren. Gleichzeitig hätten in vielen Ländern die Zahl von Übergriffen wie Schlägen oder Steinwürfen zugenommen.
Gemischte Entwicklung bei antisemitischen Vorfällen weltweit
Insgesamt zeichnet der Bericht ein komplexes Bild: Während einige Staaten leichte Rückgänge bei der Gesamtzahl antisemitischer Vorfälle verzeichneten, blieb das Niveau überall deutlich höher als vor 2022 - also vor Beginn der aktuellen Eskalation im Nahen Osten. Diese hatte ihren Ausgang im Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 genommen. Darauf folgten der verheerende Gaza-Krieg und kriegerische Auseinandersetzungen Israels sowie der USA mit dem Iran und seinen Verbündeten in der Region.
Nach dem massiven Anstieg antisemitischer Vorfälle unmittelbar nach dem 7. Oktober 2023 war laut den Angaben zunächst eine leichte Entspannung zu beobachten. Diese Entwicklung setzte sich jedoch 2025 nicht fort. Stattdessen nahm insbesondere die schwere Gewalt wieder zu.
Warnung vor "Normalisierung" antisemitischer Vorfälle
"Die Daten lassen befürchten, dass ein hohes Mass an antisemitischen Vorfällen zur Normalität wird", warnte der Herausgeber des Berichts, Urija Schavit. Ein Grund für die Eskalation könne sein, dass kleinere Delikte zu oft nicht konsequent verfolgt würden - mit der Folge, dass schwerere Verbrechen zunähmen.
Besonders alarmierend sei die Entwicklung in Australien und Kanada, wo neue Höchststände registriert worden seien, hiess es weiter. In Deutschland wurden laut dem Bericht 2025 insgesamt 5.729 antisemitische Vorfälle registriert - ein Rückgang im Vergleich zu 6.560 Fällen im Jahr zuvor. Allerdings lag die Zahl damit weiterhin deutlich über dem Niveau von 2022, als 2.811 Vorfälle gezählt wurden.
Täterprofile und ideologische Hintergründe
Eine im Bericht enthaltene Studie zeigt, dass viele Täter als Einzeltäter handeln und keiner festen Organisation angehören. Sie stammten häufig aus zwei gegensätzlichen ideologischen Lagern: rechtsextreme Anhänger einer "weissen Vorherrschaft" sowie radikale Muslime. Auffällig sei zudem ein hoher Anteil sozial marginalisierter Täter.
Kritik an israelischer Regierung
Die Autoren des Berichts üben auch deutliche Kritik an der israelischen Regierung. Diese habe keinen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus geleistet und durch eine politische Ausweitung des Begriffs "Antisemitismus" dessen Bedeutung verwässert. Dies schade letztlich dem internationalen Kampf gegen Judenhass.
















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