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"Wenn jeder seine Rolle annimmt, dann haben wir Erfolg"
Die ZSC Lions wollen nach einer unbefriedigenden Saison zurück auf den Thron. Mit Trainer Claude Julien kommt viel Erfahrung an die Bande, und das Team ist auf dem Papier noch stärker.
Würden Titel auf dem Papier vergeben werden, dann gäbe es wohl keine zwei Meinungen darüber, wer am Ende der Saison den Meisterpokal in die Höhe stemmt. Das ohnehin schon exzellent besetzte Kader der ZSC Lions wurde nach dem Halbfinal-Out im Frühjahr weiter veredelt: Mit Verteidiger Tim Berni und Stürmer Simon Knak kamen zwei Schweizer WM-Teilnehmer, dazu stiess der torgefährliche Schwede Malte Strömwall zum Team.
Knak bewies bereits in der ersten Partie beim 5:3-Sieg gegen Bern mit zwei Treffern, wozu er fähig ist. Mit seinem körperlichen Spiel scheint er die perfekte Ergänzung zum kongenialen Duo Denis Malgin und Sven Andrighetto zu sein. Allerdings sagt er, dass er seine Position noch etwas finden müsse. Der 24-Jährige wechselte von Davos zu den Lions und möchte den ZSC als Sprungbrett nutzen, denn sein Ziel ist ganz klar, eines Tages in der NHL zu spielen. "Das zwingt mich dazu, jeden Tag härter zu arbeiten."
Julien bringt klare Vorstellungen mit
Trainer Claude Julien traut ihm diesen Schritt auf jeden Fall zu. "Er ist nicht nur gross und geht in die hart umkämpften Bereiche, sondern er kann auch Spielzüge einleiten und hat einen guten Überblick", stellt der Kanadier fest. "Er setzt seinen Körper ein und schützt den Puck gut. Zudem ist er ein unterhaltsamer Typ, will lernen und besser werden - er ist daher leicht zu trainieren. Das sind die Spieler, die normalerweise ihre Chance bekommen."
Der 66-jährige Julien weiss genau, wovon er spricht. Er war jahrelang Headcoach in der NHL und führte die Boston Bruins 2011 zum Stanley-Cup-Triumph. Ausserdem stand er mehrmals beim kanadischen Nationalteam an der Bande, unter anderem als Assistent beim Olympiasieg 2014. Mit seiner Verpflichtung unterstrichen die Verantwortlichen der Lions ihre Ambitionen. So musste Marco Bayer gehen, obwohl er den ZSC in der vorletzten Saison zum Sieg in der Champions Hockey League und zum Meistertitel geführt hatte - der Halbfinal in der vergangenen Spielzeit war nicht gut genug.
Auf die Frage, was Claude Julien auszeichne, antwortet Captain Patrick Geering: "Er hat eine ganz klare Vorstellung, wie er Eishockey spielen will, ist sehr bedacht und überlegt, gleichzeitig aber auch konsequent und gradlinig. Dieser Mix macht ihn sehr authentisch. Wenn er etwas sagt, hat es Hand und Fuss, man spürt seine immense Erfahrung." Geering betont aber, dass es noch zu früh sei, ihn zu beurteilen. Bei vielen zeige sich das wahre Gesicht erst während der Saison.
Rollenverteilung als Herausforderung
Wie auch immer, bereits in der ersten Begegnung war klar ersichtlich, wie die Lions unter Julien auftreten wollen: aggressiv, mit viel Laufbereitschaft, gutem und schnellem Puckspiel sowie konsequentem Zug nach vorne. Die grösste Herausforderung wird angesichts des enormen Potenzials der Spieler indes sein, die Rollen so zu verteilen, dass sie jeder akzeptiert und keine Missstimmung aufkommt. Das ist für Malgin der entscheidende Faktor. "Wenn jeder seine Rolle annimmt, dann haben wir Erfolg", sagt der geniale Center im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Geering ergänzt: "Das ist nicht neu bei uns." Klar, mit den Zuzügen sei es nochmals etwas extremer, aber die Jungs, die nach Zürich kämen, wüssten, wie kompetitiv die Mannschaft sei. "Wir müssen schauen, dass wir das Level immer erhöhen können. Wenn wir uns gegenseitig pushen und besser machen, dann wird es noch schwieriger für die Gegner. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir das managen können, haben die Jungs und die Erfahrung dafür."
Woran fehlte es in der vergangenen Saison, in der die Lions im Halbfinal gegen Davos mit 1:4 Siegen ausschieden und somit den dritten Meistertitel in Serie verpassten? "Analysen sind immer so eine Sache, da gibt es dafür und dawider", findet Geering. "Wir hatten zu viele Widerstände, die uns in den Weg gelegt wurden, die wir nicht durchbrechen konnten, gerade auch in den Playoffs - sei es Verletzungen oder andere Geschichten. Aber das ist nun alles Schnee von gestern. Es gilt nun, in allen Bereichen die Schraube wieder anzuziehen, dass wir besser, härter, bedachter und cleverer arbeiten." Gelingt das, werden die Lions nur sehr schwer zu bezwingen sein.

















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