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Keystone-SDA | Donnerstag, 26. Februar 2026

Wer mit welchen Positionen für Ausserrhoden in den Nationalrat will

Bleibt der Ausserrhoder Nationalratssitz bei der SVP? Oder geht er zurück an die FDP? Darüber entschieden wird am 8. März. Für welche Politik die beiden Kandidierenden, Jennifer Abderhalden (FDP) und Edgar Bischof (SVP) stehen, erzählen sie im Interview.

Zwei bürgerliche Kandidierende duellieren sich um den einzigen Ausserrhoder Nationalratssitz. Die FDP will diesen nach über zehn Jahren mit der 48-jährigen Juristin und ausgebildeten Primarlehrerin Jennifer Abderhalden aus Speicher zurückerobern. Ihr Kontrahent, der 58-jährige Unternehmer Edgar Bischof aus Teufen hingegen, möchte den Sitz von seinem zurückgetretenen SVP-Parteikollegen David Zuberbühler erben.

Die anderen Ausserrhoder Parteien und Gruppierungen bekundeten teilweise Mühe damit, sich auf Wahlempfehlungen für einen der beiden Kandidierenden festzulegen. "Trotz der unterschiedlichen Profile sind die Perspektiven der beiden bei vielen Themen nahe beieinander", teilte etwa die Mitte AR in einem Communiqué mit. Die Delegierten empfehlen folglich beide zur Wahl.

"Unentschieden zwischen Edgar Bischof und Jennifer Abderhalden" titelten wiederum die Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden (PU AR) über einer Medienmitteilung. Die Mitgliederbefragung habe in einer Pattsituation geendet. Folglich gibt es bei der PU AR - anders als etwa bei der SP, welche Abderhalden zur Wahl empfiehlt - keine klare Wahlempfehlung.

Für welche politischen Positionen Jennifer Abderhalden und Edgar Bischof stehen und wo allenfalls Unterschiede oder Gemeinsamkeiten bestehen, wollte die Nachrichtenagentur Keystone-SDA mittels sechs Fragen an die beiden Kandidierenden in Erfahrung bringen.

Welche politischen Themen wollen Sie als Nationalrätin respektive als Nationalrat ins Zentrum stellen?

Jennifer Abderhalden: Aufgrund meines Werdegangs ist mir die Bildung sehr wichtig. Ohne Bildung haben wir kein zukünftiges Unternehmertum und die Unternehmen keine Fachkräfte. Auch Forschung und Innovation sind mir sehr grosse Anliegen. Diese helfen uns auch bei den grossen Themen Energie und Umweltschutz.

Edgar Bischof: Als Unternehmer steht für mich das Thema Finanzen im Zentrum. Die Schuldenbremse darf nicht aufgeweicht werden. Den Ausbau der Bundesverwaltung müssen wir stoppen. Zudem stehe ich dafür ein, die Milizarmee auszubauen und die produzierende Landwirtschaft zu stärken.

Für welche Ostschweizer Themen setzen Sie sich in Bern ein?

Bischof: Die Ostschweiz braucht eine sehr gute Anbindung an den Verkehr. Das beinhaltet den öffentlichen Verkehr, den Langsam- sowie den Individualverkehr. Die grossen Themen für das Appenzellerland sind die Umfahrung Herisau und der Autobahnzubringer Appenzellerland.

Abderhalden: Gute Rahmenbedingungen für die KMU sind für mich zentral. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Ausserrhoden ein Industriestandort und auf die Exportwirtschaft angepasst ist. Zudem ist eine gute Verkehrsanbindung für die Ostschweiz entscheidend, etwa die dritte Röhre Rosenbergtunnel oder die Umfahrung Herisau.

Welche Strategie verfolgen Sie bei der Verkehrspolitik?

Abderhalden: Wir müssen die verschiedenen Verkehrsmittel kombiniert denken und eine Gleichstellung von Strasse und Schiene erreichen. Wenn immer möglich müssen wir den Verkehr auf die Schiene bringen. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass das Schienennetz bereits sehr gut ausgelastet ist.

Bischof: Die einzelnen Verkehrsanbieter dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Jeder von uns ist sowohl mit dem ÖV, dem Fahrrad und dem Auto unterwegs. Daher sollen diese Verkehrsmittel auch zusammen betrachtet werden.

In welchen Bereichen sollte der Bund sparen?

Bischof: Sowohl auf kantonaler als auch auf Bundesebene haben wir kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Uns muss es gelingen, dass die Ausgaben nicht stärker wachsen als die Einnahmen. Dann haben wir schon sehr viel gespart. Wir müssen schauen, dass wir die Ausgaben auf die Kernaufgaben des Staates zurückbinden können. Kürzen könnte man etwa bei der Entwicklungszusammenarbeit.

Abderhalden: Das Entlastungsprogramm 2027 des Bundes würde ich unterstützen. Genau hinschauen müsste man bei den Subventionen. Diese sind gut, um Sachen anzustossen, können aber auch ein Stück weit träge machen. Nicht sparen würde ich bei Bereichen, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz schwächen. Dazu gehört die Bildung.

Mit welchen Rezepten wollen Sie gegen die steigenden Gesundheitskosten antreten?

Abderhalden: Bei der Digitalisierung gibt es meines Erachtens noch sehr grosses Potential in den Spitälern. Beispielsweise könnte ein funktionierendes und flächendeckendes E-Patientendossier helfen. Zudem hat die Prävention eine grosse Hebelwirkung, indem wir vermehrt über Gesundheit anstatt Krankheit sprechen. Diesbezüglich kommt auch die Eigenverantwortung stark zum Zug. Alternative Versicherungsmodelle, die es bereits gibt, sollten beliebt gemacht werden, um die Hausärzte zu entlasten.

Bischof: Bei solchen komplexen Themen muss jeder bei sich selber anfangen mit der Eigenverantwortung. Wir sollten nicht bei jedem 'Bobochen' in den Notfall rennen. Die ganz grossen Brocken sind die Spitäler, die wir überregional betrachten müssen. Ich bin überzeugt davon, dass nicht mehr jedes Spital sämtliche Leistungen anbieten muss, sondern eine Spezialisierung stattfinden soll. Hohe Fallzahlen sorgen für eine Professionalisierung in einzelnen Spitälern und damit zu sinkenden Gesundheitskosten.

Wie sehen Sie das künftige Verhältnis Schweiz-EU und die Bilateralen III?

Bischof: Ich betrachte die Verträge kritisch, weil damit unsere direkte Demokratie gefährdet wird. Über viele Bereiche können wir nicht mehr selbst entscheiden. Die entscheidende Frage ist: Wie hoch ist die Bedeutung der Verträge für die Wirtschaft und wie viel droht die Gesellschaft und das Staatswesen der Schweiz zu verlieren? Ganz gelesen habe ich die 2000 Seiten noch nicht und deshalb kann ich derzeit noch kein abschliessendes Urteil abgeben.

Abderhalden: Für Appenzell Ausserrhoden mit seiner exportorientierten Industrie ist es ganz wichtig, dass wir geklärte Verhältnisse zur EU haben. Daher begrüsse ich die Bilateralen III im Grundsatz. Wie die Verträge genau ausgestaltet sind, wissen wir aber noch nicht. Klar ist auch: Die Verträge werden ein Preisschild haben. Die Frage ist deshalb auch, welchen Preis sind wir zu zahlen bereit? Darum müssen wir transparent darüber informiert werden, welche Auswirkungen die Verträge haben werden.

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