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Wie aus einem kleinen Wettbewerb ein nationales Festival wurde
Am Mittwoch beginnen die 50. Schweizer Jugendfilmtage. Besuchen wird sie auch Ursula Kräuchi, die Tochter des Festivalgründers Max Hänsli. Als 17-Jährige war sie bei der ersten Ausgabe von 1976 dabei.
Vor fünfzig Jahren hat alles klein angefangen: Max Hänsli, ein leidenschaftlicher Filmer aus Zürich, gründete 1976 die Schweizer Jugendfilmtage - einen Videowettbewerb, bei dem Schulklassen eingeladen wurden, einen Film zu realisieren und zu zeigen. Diese erste Ausgabe wurde im Clubhaus der Vereinigung der Zürcher Film- und Videoamateure (VZFA) ausgetragen, die Hänsli präsidierte. 80 Kinder und Jugendliche beteiligten sich in den Anfangszeiten des Anlasses, etwa halb so viele Filme wurden eingereicht.
Heute verzeichnet es jeweils um die 3000 Eintritte, rund 300 Beiträge werden beim bedeutendsten nationalen Festival, das Filmschaffen von Kindern und Jugendlichen zeigt, eingereicht. Auch der Austragungsort hat sich verändert: Die Schweizer Jugendfilmtage finden nicht mehr in irgendeinem zum Kino umfunktionierten Saal statt, sondern im Abaton in Zürich. Zu Besuch am Festival wird auch Max Hänslis Tochter Ursula Kräuchi sein.
Immer mehr Schulklassen
Sie könne sich gut an die erste Austragung erinnern, sagte sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: "Das ist nicht mehr zu vergleichen, es war ein kleiner Anlass." Die Resonanz sei aber schon bei der ersten Austragung gross gewesen: "Es war stossenvoll!" Danach hätten Jahr für Jahr immer mehr Schulklassen teilnehmen wollen.
Mit den Schweizer Jugendfilmtagen, die ihr Vater, der 2024 im Alter von 91 Jahren verstarb, ins Leben gerufen hatte, schuf er eine Plattform für junge Filmschaffende. Auch wenn der Amateurfilm hier im Fokus steht, finden sich unter den ehemaligen Teilnehmenden und Ausgezeichneten Regisseurinnen und Regisseure, die später in der Filmbranche bekannt wurden. Dazu gehören etwa Bettina Oberli, die unter anderem den Film "Die Herbstzeitlosen" realisierte, der "Tatort"-Regisseur Tobias Ineichen und Tim Fehlbaum, Regisseur und Drehbuchautor von "September 5" (2024).
Sinnstiftendes für junge Menschen
"Mein Vater hatte immer einen Draht zur Jugend", sagte Kräuchi. Seine Vision für das Festival sei es gewesen, Kindern und Jugendlichen eine sinnstiftende Aufgabe zu geben, die sie "weg von der Strasse brachte".
Er selbst sei ein grosser Filmfan gewesen - einer der Ersten, der mit einer Super-8-Kamera filmte. Das Format setzte für Amateurfilmer neue Massstäbe in Sachen Bildqualität und Bedienungsfreundlichkeit. Von Beginn an sei Ursula Kräuchi mit Film in Berührung gekommen: "Vater drehte immer Familienfilme. Wir durften dann Statisten sein." Als junge Erwachsene begleitete sie Max Hänsli auf Filmreisen und trug für ihn die technische Ausrüstung.
Beeindruckende Filmqualität
Ursula Kräuchi wolle sich von den 50. Schweizer Jugendfilmtagen überraschen lassen. Während in den Anfängen Wettbewerbe in gerade einmal zwei Kategorien durchgeführt wurden - jener für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren und jener für Jugendliche von zwölf bis 16 Jahren - messen sich Kurzfilme heute in fünf Wettbewerbskategorien. Eine davon ist dem Filmschaffen von Studierenden bis 30 Jahren gewidmet. Zu gewinnen gibt es den "Springenden Panther", der mit 1000 Franken dotiert ist.
Was Ursula Kräuchi immer wieder fasziniere, sei die Qualität der Filme von unter Zwölfjährigen. "Dadurch, dass der Zugang zum Videodrehen heute so viel einfacher ist als früher, wirken viele Filme, als stünden bereits Profis dahinter."















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