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Wirbel um Dopingkontrollen auch an den Tagen danach
Die Topstars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard wurden nachts geweckt, bei nahezu allen Teams gab es Dopingkontrollen. Bei der Tour de France wird eifrig getestet. Was steckt dahinter?
Nach dem Ruhetag und vor dem Einzelzeitfahren vom Dienstag wurde an der Tour de France weiter kontrolliert. Zwar zu gnädigeren Zeiten, dennoch lagen auch am späten Abend diverse Profis schon im Bett. Getestet wird viel; positive Tests gab es noch keinen.
Gibt es tatsächlich Verdachtsmomente oder Hinweise auf Dopingmissbrauch, die nächtliche Kontrollen rechtfertigen? Spekulationen im Tour-Tross machen die Runde. Von Wachstumshormonen ist die Rede. Von Dopingmitteln, die innerhalb von drei Stunden abgebaut werden können. Urplötzlich rückt ein Thema wieder in den Vordergrund, das die Tour eigentlich hinter sich gelassen hatte. Den letzten Dopingfall bei der Frankreich-Rundfahrt gab es vor elf Jahren durch den Italiener Luca Paolini.
Zuletzt gab es am Montag Kontrollen zu den reglementarisch vorgegebenen Zeiten (06.00 bis 23.00). Nächtliche Kontrollen wie bei Pogacar und Vingegaard müssen genehmigt werden. Ein Gericht in Paris hat dies gemäss der französischen Sportzeitung "L'Equipe" gemacht; das Gesuch kam von der International Testing Agency (ITA).
Entsprechend gross war der Aufschrei in der Branche. Gemutmasst wurde sogar, dass Vingegaard nur gestürzt (und mit einem Schlüsselbeinbruch aus der Tour ausgeschieden) sei, weil nach dem nächtlichen Besuch der Kontrolleure (um 02.00 Uhr) die Konzentration gefehlt habe.
Der frühere Dopingsünder und heutige Radsport-Manager Jonathan Vaughters hält indes nächtliche Kontrolle für sinnvoll. "2-Uhr-nachts-Tests sind eine der effektivsten Methoden, um das Mikrodosieren von Peptiden (EPO, hGH) und Testosteron zu verhindern", schrieb der einstige Teamkollege von Lance Armstrong auf "X". Vaughters: "Hätte die UCI uns 2001 um 2 Uhr nachts getestet - wir wären alle suspendiert worden und hätten dem Sport 25 Jahre Drama erspart."
Der belgische Radprofi Oliver Naesen - bei der Tour de France nicht im Einsatz - berichtete im Podcast der belgischen Zeitung "Het laatste Nieuws" über mögliche Hintergründe der nächtlichen Kontrollen. "Es gibt Dopingmittel, die nur etwa drei Stunden im Blutkreislauf verbleiben. Ich habe gehört, dass sie nach Wachstumshormonen suchten."
Die ITA rechtfertigte ihr Vorgehen. Ihr sei bewusst, dass nächtliche Kontrollen die Ruhe und Erholung der Radrennfahrer beeinträchtigen können. "Die ITA trägt jedoch im Auftrag der UCI (Radsport-Weltverband) die Verantwortung dafür, die Wirksamkeit des Anti-Doping-Programms im Radsport sowie die Integrität der Radrennen zu gewährleisten", so die International Testing Agency in einem Statement.

















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