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Kultur
Keystone-SDA | Freitag, 11. September 2026

Zahl der Schweizer Kulturunternehmen erreicht Höchststand

Noch nie hat es in der Schweiz so viele Kulturunternehmen gegeben wie 2024. Der Kultursektor wuchs zuletzt gar stärker als die Gesamtwirtschaft. Trotzdem ging die Zahl der Beschäftigten insgesamt zurück.

Insgesamt 69'441 Kulturunternehmen zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) im Vorvorjahr, wie es am Freitag bekannt gab. Ein neuer Höchstwert also - seit 2011 stieg die Zahl der Betriebe in dem Sektor um 27 Prozent. Gleichzeitig verzeichnete die Gesamtwirtschaft bei der Anzahl der Betriebe ein Wachstum von 16 Prozent.

Der Anteil der Kulturunternehmen an allen Firmen in der Schweiz erhöhte sich von 9,8 Prozent im Jahr 2011 denn auch auf 10,7 Prozent im Jahr 2024. Die Entwicklung verlief allerdings je nach Bereich unterschiedlich: Mit einem Plus von je mehr als sechs Prozent wuchs die Zahl der Unternehmen zwischen 2023 und 2024 in den Kreativbereichen Audiovision und Multimedia sowie im Bereich Werbung besonders stark.

Auch das Kulturerbe und die Darstellenden Künste verzeichneten einen Zuwachs an Unternehmen von mehr als drei Prozent, wie das BFS weiter mitteilte. Rückläufig war die Zahl der Betriebe hingegen im Kunsthandwerk und besonders deutlich im Bereich Buch und Presse, wo mehr als drei Prozent weniger Unternehmen gezählt wurden. Letzterer zählte 2024 sogar 12,3 Prozent weniger Unternehmen als vor der Pandemie im Jahr 2019.

Unternehmen werden immer kleiner

Entgegen dem Wachstum bei den Unternehmen sank die Zahl der Beschäftigten im Kultursektor: Mit 241'025 Angestellten wurde für 2024 erstmals seit vier Jahren ein Rückgang von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Der Anteil des Kultursektors an der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz schrumpft denn auch seit Jahren kontinuierlich. Machte er 2011 noch 4,7 Prozent aller Beschäftigten aus, sank dieser Wert bis 2024 auf 4,2 Prozent.

Die sinkende Mitarbeiterzahl bei gleichzeitig mehr Betrieben führt laut dem BFS dazu, dass die Kulturunternehmen immer kleiner werden. Beschäftigte ein Kulturunternehmen im Jahr 2011 durchschnittlich 4,1 Personen, waren es 2024 nur noch 3,5. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Vollzeitstellen, deren Zahl pro Unternehmen im selben Zeitraum von 2,9 auf 2,3 zurückging. In der Gesamtwirtschaft blieben diese Werte laut BFS weitgehend stabil.

Dynamischer Trend oder prekäre Arbeitsbedingungen?

Das könnte daran liegen, dass Kulturunternehmen unabhängig von ihrer Grösse weniger Stellen besetzen, wie ein BFS-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone SDA vermutete. Es sei aber auch möglich, "dass es einfach mehr kleine Firmen gibt".

Diese Entwicklung kann dem BFS zufolge für eine dynamische Kulturwirtschaft stehen. Aus kultursoziologischer und volkswirtschaftlicher Perspektive könne der Trend aber auch auf eine Zunahme fragiler und prekärer Strukturen im Kulturbereich hindeuten.

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