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Keystone-SDA | Dienstag, 10. März 2026

Zoo Zürich kassiert nach Affen-Tötung Strafanzeige von Peta

Der Zoo Zürich hat mit der Tötung von zehn Dschelada-Affen teils heftige Reaktionen provoziert. Tierschutzorganisationen üben nun scharfe Kritik - und wollen den Zoodirektor anzeigen.

Nachdem der Zoo Zürich letzte Woche zehn Dscheladas unterschiedlichen Alters töten liess, liessen negative Reaktionen nicht lange auf sich warten. Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland kündigte am Dienstag in einer Mitteilung gar eine Strafanzeige gegen Zoodirektor Severin Dressen an.

Was die Zooleitung als notwendiges "Artenmanagement" zur Stabilisierung des zu gross gewordenen Clans bezeichnete, sorgte bei Tierschützern teils für Entsetzen. Laut Zoodirektor Severin Dressen war die Massnahme nötig, da trotz intensiver Suche keine Abgabeplätze in anderen europäischen Zoos gefunden werden konnten und die Gruppendynamik im 48 Tiere starken Clan zunehmend instabil wurde.

Peta wirft dem Zoo vor, gesunde Tiere aus "reiner Willkür" getötet zu haben, nur weil sie keinen Platz mehr hatten. Für die Organisation ist das Vorgehen ein Armutszeugnis: Man dürfe Tiere nicht "produzieren", um sie später wie Abfall zu entsorgen. Peta fordert daher ein konsequentes Zuchtverbot, um den Nachschub an sogenannten "Überschuss-Tieren" zu stoppen.

Mehr Verhütung gefordert

Ähnlich äusserte sich die Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Sie kritisierte, dass das Töten von Tieren im Zoo Zürich zur "gelebten Praxis" geworden sei. Pro Wildlife sieht darin ein systemisches Versagen der Zooplanung. Dass Tiere getötet werden, weil das System überlastet ist, sei aus Sicht des modernen Artenschutzes nicht akzeptabel.

Wie der Zoo bereits am Montag mitteilte, ist Verhütung Bestandteil des Artenmangements. Eine dauerhafte Unterbindung der Fortpflanzung durch Kastration oder hormonelle Verhütung sei jedoch keine alleinige Lösung, da das Aufziehen von Jungtieren für die hochsozialen Dscheladas ein "elementares Grundbedürfnis" darstelle. Würde man diesen natürlichen Prozess unterdrücken, ginge den Tieren ein wesentlicher Teil ihrer arttypischen Beschäftigung und ihres Sozialverhaltens verloren.

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