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Keystone-SDA | Donnerstag, 30. April 2026

Zuckerberg: Meta-KI soll Tag und Nacht für Nutzer arbeiten

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg richtet den Meta-Konzern voll auf Künstliche Intelligenz aus. Sogenannte KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben erledigen können, sollen Ziele der Nutzer erkennen und dann "Tag und Nacht" arbeiten.

Auch solle KI direkt auf einzelne Personen zugeschnittene Inhalte erstellen, wie der 41-Jährige erklärte. Zu Zuckerbergs Vision gehört auch eine Shopping-KI, die Menschen helfen soll, Dinge zu besorgen, die sie interessieren.

Derzeit werde viel darüber gesprochen, dass Künstliche Intelligenz Menschen ersetzen werde, sagte der Meta-Chef. "Stattdessen denke ich, dass KI die Möglichkeit von Menschen verstärken wird, das zu tun, was man will." Dabei könne es zum Beispiel darum gehen, die eigene Gesundheit oder Beziehung zu verbessern, zu lernen oder persönliche Karriereziele zu erreichen. "Die Menschen werden in Zukunft wichtiger sein, und nicht umgekehrt."

Drastische Folgen für Meta-Belegschaft

Als Arbeitnehmer innerhalb des Konzerns werden derweil vor allem jene Beschäftigten wichtiger, die produktiv mit KI arbeiten können. Am 20. Mai sollen rund zehn Prozent der Belegschaft entlassen werden, wie der Konzern jüngst ankündigte. Ausserdem sollen etwa 6000 derzeit freie Stellen nicht besetzt werden.

Meta hatte zum Jahreswechsel knapp 79'000 Beschäftigte. Damit dürften die Entlassungen rund 8000 Menschen treffen.

Der Investor und langjährige Branchenanalyst Gene Munster sieht einen Widerspruch zur öffentlichen Kommunikation der Firma: Zuckerberg übertünche mit seinen Visionen, dass Facebook "das aggressivste Unternehmen beim Ersetzen von Menschen durch KI" sei, kommentierte er auf der Online-Plattform X.

KI beschleunigt Neuentwicklungen um ein Vielfaches

Zuckerberg verwies erneut darauf, dass immer häufiger ein oder zwei Mitarbeiter binnen einer Woche etwas entwickelten, wofür früher grössere Teams Monate gebraucht hätten. "Wir stellen bei der nächsten Evolution unseres Unternehmens diese Leute in den Mittelpunkt", sagte er. Und Teams sollten nicht grösser sein als nötig.

Was genau das auf lange Sicht für die Belegschaft bedeuten wird, ist unklar. "Wir wissen nicht wirklich, was die optimale Grösse des Unternehmens in der Zukunft sein wird", räumte Finanzchefin Susan Li auf Analysten-Nachfragen ein.

Riesen-Wette auf KI-Zukunft

Die KI-Visionen erfordern unterdessen gewaltige Investitionen. Meta schraubte nach nur drei Monaten die Ausgaben für KI-Infrastruktur noch einmal nach oben. Für das laufende Jahr stellt Meta nun Kapitalinvestitionen zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die vorherige Spanne lag bei 115 bis 135 Milliarden Dollar. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gut 72 Milliarden Dollar aus.

An der Börse kam die Erhöhung nicht gut an: Anleger liessen den Aktienkurs im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent fallen.

Anstieg im Werbegeschäft

Das Geld für den KI-Ausbau liefert nach wie vor das boomende Werbegeschäft des Facebook-Konzerns. Im vergangenen Quartal stieg der Konzernumsatz im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 56,3 Milliarden Dollar. Auf den Meta-Plattformen seien 19 Prozent mehr Anzeigen ausgeliefert worden, sagte Finanzchefin Li. Zugleich sei der Durchschnittspreis pro Anzeige um zwölf Prozent gestiegen. Marktführer Google und Meta beherrschen seit Jahren das Geschäft mit Online-Werbung.

Der Meta-Gewinn sprang um 61 Prozent auf knapp 26,8 Milliarden Dollar hoch. Eine Rolle dabei spielte aber auch eine in dem Vierteljahr verbuchte Steuergutschrift von gut acht Milliarden Dollar.

Zuckerberg hat grosse Ambitionen, Rivalen wie den ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie Google und Elon Musks KI-Firma xAI auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz zu überflügeln. Dafür ist er bereit, viele Milliarden auszugeben - selbst mit dem Risiko, zu grosse Rechenzentren-Kapazitäten aufzubauen.

Nutzer-Minus durch Iran und Russland

Zuletzt griffen 3,56 Milliarden Nutzer auf mindestens eine Meta-App zu. Drei Monate zuvor waren es noch 3,58 Milliarden gewesen. Meta erklärte dies mit Internet-Sperren im Iran und den Einschränkungen für die Chat-App WhatsApp in Russland. Zum Konzern gehören auch die Foto- und Video-Plattform Instagram sowie Threads, eine Alternative zu Musks Twitter-Nachfolger X.

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