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Zürcher konsterniert, Lausanner im Freudentaumel
Die Grasshoppers verpassen den erhofften Einzug in den Cupfinal. Während Sportchef Alain Sutter nach Worten ringt, feiern auf der anderen Seite die Spieler von Stade Lausanne-Ouchy.
"Nach dem bisherigen Verlauf der Saison kommt auch das nicht wirklich überraschend." Einmal mehr muss Alain Sutter hinstehen, nachdem sein Team eine ungenügende Leistung gezeigt hat - dieses Mal gegen einen Unterklassigen. Während die Heimfans den Rasen der Pontaise stürmen und die Spieler bejubeln, beschönigt der GC-Sportchef nichts. "Nach dem ersten Gegentor ist uns nichts mehr eingefallen. Die Lausanner hatten das Spiel im Griff."
Der Finaleinzug hätte in dieser bisher tristen Saison für einen einsamen Glanzpunkt gesorgt. Doch die Zürcher wirkten nach solidem Beginn mehr und mehr lethargisch. Die Aussicht, womöglich den 20. Cuptitel der Klubhistorie feiern zu können, schien die Spieler kaum anzutreiben. "Jetzt gilt es, den nächsten Nackenschlag zu verarbeiten", so Sutter.
Kein Rückenwind im Kampf um den Ligaerhalt
Dabei war den Zürchern am vergangenen Wochenende scheinbar ein Befreiungsschlag geglückt: Sie gewannen auswärts gegen Winterthur 2:0, womit der direkte Abstieg bei noch fünf ausstehenden Runden wohl kein Thema mehr sein dürfte. Doch von einem mutigen Auftreten war bei dem Team, das nach der Freistellung von Gerald Scheiblehner seit einem Monat von Gernot Messner gecoacht wird, nichts zu sehen.
Damit verpasste es GC nicht zuletzt, mit Rückenwind in die entscheidende Phase der Saison zu gehen. Denn der dritte Abstieg in die Zweitklassigkeit ist noch nicht vom Tisch; es droht ein schwieriges Barrage-Duell mit Aarau oder Vaduz. Sutter scheint jedenfalls schon fest damit zu rechnen: "Es wird in den nächsten sieben Spielen um alles gehen bei uns." Es gelte, den Fokus nochmals neu auszurichten. Eine Forderung, die in dieser Saison schon oft gestellt wurde, auf die aber selten eine klare Reaktion folgte.
SLO vor grosser Premiere
Auf der anderen Seite jubelten die Lausanner ausgelassen. "Wir waren physisch voll auf der Höhe. Und je länger das Spiel dauerte, desto besser wurden wir", sagte Verteidiger Théo Barbet. "Für mich waren wir ihnen schlicht überlegen." In den Runden zuvor waren mit Winterthur und Luzern schon zwei andere Super-Ligisten am Defensivbollwerk von Stade Lausanne-Ouchy gescheitert.
Nun blicken die Waadtländer dem ersten Cupfinal der Klubhistorie entgegen. Es ist der grösste Erfolg seit 2023 und dem sensationellen Aufstieg in die Super League, aus der sich der Verein nach nur einer Saison wieder verabschieden musste. Damit geht es für die Mannschaft von Trainer Dalibor Stevanovic im Frühling doch noch um etwas: Denn in der Liga liegen die Lausanner mit 26 Punkten Rückstand auf das zweitplatzierte Aarau und 18 Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Bellinzona im tabellarischen Niemandsland.
















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