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Keystone-SDA | Mittwoch, 21. Januar 2026

Zug hofft nach Entlassung von Michael Liniger auf Benoît Groulx

Am Ende ging alles ganz schnell. Als der EV Zug am Mittwoch in der Früh aus Lulea zurückkehrte, hatte die Klubführung Headcoach Michael Liniger (46) bereits entlassen.

Auch ein Auswärtssieg in Lulea und ein Weiterkommen in der Champions Hockey League hätte Liniger nicht mehr geholfen. Der Entscheid, es mit einem neuen Cheftrainer zu versuchen, war schon am Dienstagnachmittag gefällt worden. Und die Heimniederlage letzten Freitag gegen Ajoie (2:4) begründete den Handlungsbedarf. "Das war ein Must-Win-Spiel - und auch das haben wir verloren", so Patrick Lengwiler, der CEO des EV Zug.

Benoît Groulx (57), Kanadier, wird schon am Donnerstag in der Innerschweiz präsent sein und als Headcoach übernehmen.

Eine Nummer zu gross

Dass Liniger gehen musste, überraschte nach der historischen Serie von zehn verlorenen Pflichtspielen de suite gewiss nicht mehr. Unter Liniger wurde der EVZ den (sehr hohen) eigenen Ansprüchen nie gerecht. Es gab schon kürzere Niederlagenserien im September und Oktober. Seit dem 30. Oktober gewann Zug kein Auswärtsspiel mehr. In der Tabelle fiel der EVZ hinter die SCL Tigers auf Platz 9 zurück.

"Wir haben Liniger unterstützt und gestützt, so gut wir konnten", so Lengwiler in der Medienmitteilung. Letztlich trage aber der Trainer die Verantwortung für die Resultate und die Leistungen der Mannschaft. Und zuletzt stimmte für die Verantwortlichen auch das Auftreten nicht mehr. Mit dieser Aussage zielte Lengwiler auf das Heimspiel vor einer Woche gegen Lugano (2:3), als die Zuger trotz permanentem Rückstand bloss 16 Mal aufs Tor schossen und sich diverse Undiszipliniertheiten erlaubten.

Bei den Fans hatte Liniger den Rückhalt schon verloren. Liniger möge ein Trainer-Talent sein, der EV Zug sei für ihn aber eine Nummer zu gross, so der Tenor unter den Fans. In die Kritik geriet zuletzt aber auch Reto Kläy, der Sportchef der Zuger.

Turnaround mit Groulx?

Gehen muss vorerst nur Liniger. Die Zeit in Zug schloss er mit einem fünftägigen Road-Trip ab. Zug reiste letzten Samstag nach Genf (1:4-Niederlage), von dort aus per Flieger direkt weiter nach Schweden, und nach dem Spiel in Lulea (2:3) ging es zurück in die Schweiz. Während dieser fünf Tage wurde in Zug Linigers Nachfolge geregelt. Liniger verlor als fünfter National-League-Trainer in dieser Saison nach Jussi Tapola (Bern), Yorick Treille (Servette), Luca Cereda (Ambri-Piotta/Rücktritt aus freien Stücken) und Martin Filander (Biel) den Job.

Schafft der Kanadier Benoît Groulx (57) die Wende mit dem zweifellos talentierten Team? Die Ernennung eines Kanadiers für ein Team ohne einen Akteur aus Übersee mag überraschen. Auch kennt Groulx die National League (noch) nicht. Andererseits ist das Angebot an Trainern mitten in der Saison überschaubar. Groulx spielte als Aktiver während elf Jahren in Europa - zuerst in Belgien, dann in Frankreich. Zuletzt trainierte er bis November Traktor Tscheljabinsk in der russischen KHL. Mit Tscheljabinsk erreichte Groulx letzte Saison den Playoff-Final.

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