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Zwei Männer in St.Gallen nach Telefonbetrug festgenommen
Zwei Ukrainer sind am Montag in St. Gallen als mutmassliche Mitglieder einer Telefonbetrugsbande festgenommen worden. Ein 82-jähriges Ehepaar war nicht auf die Masche hereingefallen. Aktuell stellt die Polizei eine starke Zunahme bei den Betrugsversuchen fest.
Ein 82-jähriger Mann meldete sich am Montagnachmittag bei der Polizei. Er gab an, seine ebenfalls 82-jährige Frau sei telefonisch kontaktiert worden, teilte die St. Galler Kantonspolizei am Dienstag mit.
Eine unbekannte Person habe sich dabei als Sicherheitsmitarbeiter einer Bank ausgegeben. Die Frau wurde aufgefordert, eine grosse Summe Bargeld abzuheben. Das Geld sollte sie danach in einem zuvor bestellten Wagen eines Taxiunternehmens deponieren.
Es gab weitere Anweisungen: Gegenüber dem Fahrer müsse sie erklären, dass es sich um eine Lieferung für ihren Sohn handle. Ihr wurde untersagt, mit anderen Personen über den Anruf oder die Geldübergabe zu sprechen.
Ziel ist ein öffentlicher Ort
Nach der Meldung über den Betrugsversuch begannen die Ermittlungen der Polizei. Am selben Tag konnten zwei Männer angehalten werden, die mutmasslich in den Betrugsfall involviert sind. Beide wurden festgenommen.
Das Ziel der Taxifahrt sei ein öffentlicher Ort gewesen, erklärte Polizeisprecher Florian Schneider auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dort seien die beiden Männer aufgefallen. Es handelt sich um zwei als Touristen eingereiste Ukrainer im Alter von 18 und 50 Jahren ohne Aufenthaltstitel in der Schweiz.
Die Hintergründe werden nun weiter abgeklärt. Unter anderem wird geprüft, auf welcher Hierarchiestufe sich die beiden Männer innerhalb der Bande befinden. Es könnte sich auch um "Money Mules" handeln, sagte der Polizeisprecher, also um Leute, die nur für die risikoreiche Abholung des Geldes rekrutiert wurden.
Polizei warnte letzte Woche
Letzte Woche hatte die St. Galler Kantonspolizei bereits vor einer veränderten Masche der Telefonbetrüger gewarnt. Neu ist bei dieser Variante vor allem die Art des Transports der Beute. Früher mussten die Opfer das Geld oft an einem versteckten Ort deponieren. Seit kurzem werden dafür ahnungslose Taxifahrer eingespannt.
Sie erhalten von den Betrügern die Adresse des Opfers, wie im aktuellen Fall. Oder das Opfer wird aufgefordert, selber ein Taxi zu bestellen. Das ergaunerte Bargeld soll dann in einem unverdächtigen Behältnis, zum Beispiel einer Tasche, im Wagen deponiert werden.
Am Montag gab es mit diesem Trick zwar einen Fehlschlag für die Betrüger. Zuvor hatten sie aber in der Stadt St. Gallen in mehreren erfolgreichen Versuchen um die 185'000 Franken erbeutet. Weitere Versuche scheiterten, weil die angerufenen Personen misstrauisch wurden oder über die Tricks der Telefonbetrüger informiert waren.
Starke Zunahme bei den Betrugsversuchen
Die Kantonspolizei stellt aktuell eine starke Zunahme der Versuche der Telefonbetrüger fest. Der Polizeisprecher spricht von "einer neuen Welle". Die Zahl der angerufenen Personen, die nicht auf die Tricks hereinfallen, aber dies trotzdem der Polizei melden wollen, ist zeitweise so hoch, dass eigens für diese Fälle ein Online-Formular erarbeitet wurde. Es ist über den Telefonbetrug-Ratgeber der Polizei oder über die Webseite des Kantons abrufbar.
Die Zahl dieser Meldungen sei für die Polizei ein Indikator, der zeige, wie aktiv die Betrügerbanden gerade seien, erklärt Schneider. Die Schäden seien immens. Es gelinge den Betrügern immer wieder, ihre Opfer in eine so grosse Angst vor einem hohen Verlust zu versetzen, dass sie nicht mehr rational denken könnten.

















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