Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Abfahrt in Crans-Montana wird nach Stürzen abgebrochen
Die Abfahrt der Frauen in Crans-Montana wird nach sechs gestarteten - und drei gestürzten - Fahrerinnen abgebrochen. Einsetzender Schneefall und diffuse Sichtbedingungen führen zu diesem Entscheid.
Von Beginn an herrschten am Freitagmorgen im WM-Austragungsort von 2027 anspruchsvolle Bedingungen für die Speed-Fahrerinnen. Die Piste Mont Lachaux zeigte sich gegenüber Mittwoch, als das verkürzte erste und letztlich einzige Training durchgeführt wurde, deutlich welliger und unruhiger. Dazu kamen die nicht idealen Lichtverhältnisse.
Mit Nina Ortlieb eröffnete die Trainingsschnellste die Abfahrt - und stürzte nach 20 Sekunden in die Fangnetze. Die von Verletzungen so oft heimgesuchte Österreicherin gab schnell Entwarnung, fuhr selber in den Zielbereich und gab danach erleichtert TV-Interviews.
Vonns Sturz beim "Fuchsloch"
An der gleichen Stelle, "Fuchsloch" genannt, kam nach Ortlieb auch die Disziplinenführende Lindsey Vonn zu Fall. Die 41-jährige Amerikanerin, die in den zuvor fünf Abfahrten der Saison zweimal gewonnen hatte und immer mindestens Dritte geworden war, blieb nach ihrem Sturz einige Minuten in den Fangnetzen liegen.
In der Folge fuhr Vonn zwar selbstständig die Piste hinunter, schien jedoch sichtlich mit Schmerzen zu kämpfen und hielt mehrmals an und tastete ihr linkes Knie ab. Im Zielraum verschwand sie rasch im Sanitätszelt und wurde später mit dem Helikopter ins Spital geflogen - und das ausgerechnet unmittelbar vor ihrem grossen Saisonziel: Am Sonntag, 8. Februar, steht in Cortina die Olympia-Abfahrt der Frauen auf dem Programm.
Sicht wurde immer schlechter
Nach dem Crash der mit Nummer 6 gestarteten Vonn fuhr einzig noch ein Vorläufer über die Piste. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits der Schneefall eingesetzt; und ebenso die Diskussionen über die Fortführung des Rennens. FIS-Renndirektor Peter Gerdol begründete den Abbruch schliesslich damit, dass "die Sicht immer schlechter geworden ist". Ausschlaggebend sei auch gewesen, dass die Wettervorhersage schlecht war. "Wir wollten die Sicherheit der Athletinnen nicht gefährden", so Gerdol.
Nach Ortlieb und vor Vonn war auch Marte Monsen, allerdings im steilen Zielhang, gestürzt. Nach einem Fahrfehler versuchte die Norwegerin viel zu lange, das nächste Tor noch zu erwischen - und hängte als Folge davon beim Fangnetz ein, wodurch sie heftig zu Fall kam und anschliessend im Zielraum mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden musste.
Suter mit vorsichtiger Fahrt
Als einzige Schweizerin konnte Corinne Suter - unmittelbar vor Lindsey Vonn - ihre Fahrt absolvieren. Die Abfahrts-Olympiasiegerin schaffte es ins Ziel, hatte jedoch im untersten Teil ebenfalls Mühe mit der Streckensetzung in Kombination mit dem Schneefall und den Sichtverhältnissen.
"Oben war es sehr unruhig, es gab harte Schläge, ich musste gut auf dem Ski stehen. Und unten im Zielhang dreht es extrem", sagte Suter im Interview mit SRF. "Wenn es jetzt zuzieht und die Sicht abnimmt, wird es noch schwieriger. Die Jury wird mit ihrem Entscheid schon richtig liegen."
Am Samstag steht auf dem Walliser Hochplateau, wo in genau einem Jahr die Ski-Weltmeisterschaften ausgetragen werden, noch der Super-G der Frauen auf dem Programm (Beginn 11.00 Uhr). Am Sonntag folgt die Männer-Abfahrt (11.00 Uhr).

















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar