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Keystone-SDA | Donnerstag, 19. Februar 2026

Alina Müller schiesst Schweizerinnen zu Olympia-Bronze

Die Schweizer Frauen gewinnen zum zweiten Mal nach 2014 Olympia-Bronze im Eishockey. Sie siegen im Spiel um Rang 3 gegen Schweden 2:1 nach Verlängerung. Das entscheidende Tor erzielt Alina Müller.

Die Schweizerinnen erreichten das Spiel um Bronze mit nur sechs erzielten Toren aus den vorangegangenen sechs Begegnungen. Im Viertelfinal setzten sie sich gegen das favorisierte Finnland mit 1:0 durch. Die Schwedinnen gewannen die deutlich schwächere Gruppe B mit einem Torverhältnis von 18:2 und blieben im Viertelfinal gegen Tschechien (2:0) wie die Schweizerinnen ohne Gegentreffer. Es spielten also zwei defensiv starke Teams gegeneinander, daher war kein offensives Spektakel zu erwarten. Und genau so entwickelte sich die Partie.

Der Schweizer Trainer Colin Muller forderte seine Spielerinnen immer wieder auf, sich zu bewegen. Diese wirkten in der regulären Spielzeit gehemmt, jedenfalls waren die Schwedinnen das aktivere Team, was das Schussverhältnis von 31:18 zugunsten der Skandinavierinnen nach 60 Minuten unterstreicht. In der Verlängerung waren die Schweizerinnen dann allerdings das bessere Team und das zahlte sich aus: 51 Sekunden vor dem Ende der Overtime gelang Alina Müller das entscheidende Tor.

Dass die 27-jährige Zürcherin traf, war irgendwie logisch, war sie doch die überragende Akteurin ihres Teams. Sie erzielte vier der acht Tore der Schweizerinnen und hatte bei zwei weiteren den Stock im Spiel. Müller hatte schon beim Gewinn von Olympia-Bronze 2014 in Sotschi, als die Schweizerinnen ebenfalls gegen Schweden (4:3) erfolgreich waren, das siegbringende 4:2 erzielt.

Rasche Schweizer Reaktion

In der regulären Spielzeit hatte Ivana Wey in der 27. Minute die grosse Chance zum 1:0. Sie scheiterte mit einem Penalty an der schwedischen Keeperin Ebba Svensson, wollte diese zwischen den Schonern erwischen. Im Startspiel gegen Tschechien (4:3 n.P.) hatte die 20-jährige Stürmerin des EV Zug im Penaltyschiessen noch beide Versuche verwertet.

Statt 1:0 für die Schweizerinnen stand es in der 32. Minute 0:1. Verteidigerin Mira Jungaker war mit einem präzisen Schuss von der blauen Linie erfolgreich - die Schweizer Torhüterin Andrea Brändli sah nichts, weil ihr Hanna Olsson perfekt die Sicht nahm. Die Reaktion der Schweizerinnen liess allerdings nicht lange auf sich warten: Genau vier Minuten später glich Sinja Leemann zum 1:1 aus. Die Stürmerin des SC Bern luchste Olsson im gegnerischen Drittel den Puck ab, spielte ihn tief, Alina Marti übernahm und passte vors Tor zu Leemann, die sich diese Chance nicht entgehen liess. Es war ihr erster Skorerpunkt an diesem Turnier.

Für die Schweizerinnen war es die dritte Medaille an einem Grossanlass nach WM-Bronze 2012 in Burlington und Olympia-Bronze 2014. Seither gab es an internationalen Meisterschaften vier vierte Plätze - dreimal an Weltmeisterschaften (2021 bis 2023) sowie bei den Winterspielen 2022. Nun klappte es wieder einmal mit einer Medaille.

Colin Muller, der seit 2019 im Amt ist, gewann damit sowohl im Frauen- als auch im Männerbereich als Staffmitglied eine Medaille: 2013 holte er als Assistent von Sean Simpson WM-Silber. Wie es mit ihm weitergeht, ist offen. Jedenfalls läuft der Vertrag nach der Saison aus.

Telegramm:

Schweiz - Schweden 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0) n.V.

Mailand, Santagiulia Arena. - 8243 Zuschauer. - SR Mantha/Nurmi (CAN/FIN), Clarke/Todd (CAN). - Tore: 32. Jungaker (Svensson, Thea Johansson) 0:1. 36. Leemann (Marti) 1:1. 70. (69:09) Müller (Wey, Christen) 2:1. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Schweden.

Schweiz: Brändli, Christen, Bächler; Mériguet, Vallario; Sigrist, Wetli; Büchi; Stalder, Müller, Leemann; Marti, Wey, Enzler; Zimmermann, Herzig, Lutz; Balzer, Rüedi, Schaefer; Quennec.

Schweden: Svensson; Nylen Persson, Jungaker; Kjellbin, Raunio; Karlsson, Adolfsson; Andersson; Thea Johansson, Olsson, Svensson; Thuvik, Hjalmarsson, Lisa Johansson; Bouveng, Lundin; Hall, Ljungblom, Hedqvist; Wikner Zienkiewicz.

Bemerkungen: Schweiz ohne Maurer (Ersatztorhüterin) und Wagner (überzählige Torhüterin). 27. Wey verschiesst Penalty. Timeouts: Schweden (57:33); Schweiz (59:40). - Torschüsse: Schweiz 25 (5-7-6-7); Schweden 33 (8-10-13-2).

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