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Wirtschaft
Keystone-SDA | Mittwoch, 24. Juni 2026

Analysten und Ökonomen blicken vorsichtiger nach vorne

Die Erwartungen von Analysten und Ökonomen zur Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz haben sich im Juni wieder eingetrübt. Damit ist die Erholung der beiden Vormonate zunächst unterbrochen.

Allerdings dürfte die jüngste Einigung zwischen den USA und dem Iran noch nicht vollständig in den Daten berücksichtigt sein. Der UBS-CFA-Indikator fiel im Juni auf -25,0 Punkte nach -11,1 Punkten im Mai, wie die Ökonomen der UBS am Mittwoch mitteilten. Die Grossbank erstellt den Indikator, der auf einer Umfrage unter Experten basiert, jeden Monat zusammen mit der CFA Society Switzerland.

Zur Erinnerung: Im März war der Indikator nach dem Ausbruch des Nahostkonflikts deutlich um annähernd 50 Punkte gesunken. Im April und Mai kam es dann zwar zu einer Erholung, diese scheine nun aber beendet zu sein.

Allerdings fand die Umfrage in der Zeit statt, als sich die USA und der Iran auf ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen geeinigt haben, nämlich zwischen dem 11. und dem 17. Juni. 58 Prozent der insgesamt 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten die Umfrage vor der Bekanntgabe der Einigung ausgefüllt. Diese zeichneten ein pessimistisches Bild der wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz. Die 42 Prozent, die nach der Veröffentlichung einer Absichtserklärung antworteten, waren optimistischer, wie es in der Mitteilung heisst.

Veränderte Risikowahrnehmung

Derweil erwarten fast 65 Prozent der Befragten weiterhin unveränderte wirtschaftliche Bedingungen in der Schweiz in den nächsten sechs Monaten - ähnlich wie vor dem Konflikt. Geändert haben sich hingegen die wahrgenommenen Risiken: Vor dem Nahostkonflikt erwarteten 22 Prozent der Analysten eine Verbesserung des Konjunkturbilds für die Schweiz. Im Juni sank dieser Anteil auf knapp unter 6 Prozent, während der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung erwarten, von 12 Prozent auf über 30 Prozent stieg.

Etwas Entspannung erwarten die Experten beim Franken: Vor dem Hintergrund eines erwarteten Anstiegs der kurzfristigen Zinsen in der Eurozone rechnet eine Mehrheit der Analystinnen und Analysten nicht mehr mit einer Aufwertung der Schweizer Währung zum Euro. Zuvor hatte noch eine Mehrheit eine Aufwertung des Frankens prognostiziert.

Was die längerfristigen Erwartungen betrifft, so blieben die langfristigen Aussichten für Wachstum und Inflation in der Schweiz trotz der erhöhten geopolitischen Unsicherheit stabil.

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