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Keystone-SDA | Mittwoch, 02. September 2026

Appenzell Innerrhoden stoppt Verwaltungsneubau wegen Ortsbildschutz

Ein Gutachten zweier eidgenössischen Kommissionen fällt deutlich aus: Das geplante neue Verwaltungsgebäude in Appenzell würde das Ortsbild von nationaler Bedeutung schwerwiegend beeinträchtigen. Der Kanton Appenzell Innerrhoden zieht deshalb seine Rekurse zurück und beendet das bisherige Projekt.

Das Gutachten, das bei der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) sowie der eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) eingeholt worden war, liegt nun laut einer Mitteilung des Kantons Appenzell Innerrhoden vom Mittwoch vor.

Die Kommissionen kommen demnach zum Schluss, dass das geplante Bauvorhaben "zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des Ortsbildes von nationaler Bedeutung" führen würde. Gemäss Beurteilung widerspreche das Vorhaben den Schutzzielen hinsichtlich der "historischen Bausubstanz, der kleinteiligen Parzellen- und Gebäudestruktur, der ortstypischen Massstäblichkeit sowie der charakteristischen Übergangssituation zwischen Dorfkern und Ziel".

Rekurse zurückgezogen

Das Bau- und Umweltdepartement zieht die Rekurse gegen die Einspracheentscheide der Baukommission Inneres Land aufgrund des "klaren gutachterlichen Ergebnisses" nun zurück, wie es weiter heisst. Die Rekursverfahren und damit auch das bisherige Projekt sind damit beendet.

Das Bau- und Umweltdepartement will bezüglich eines Neubaus des Verwaltungsgebäudes mögliche Optionen prüfen und diese der Standeskommission unterbreiten.

Bau hätte Ortsbild beeinträchtigt

Dem Entscheid geht eine längere Geschichte voraus. Wie es in der Mitteilung heisst, hatte die Landsgemeinde am 28. April 2019 einen Rahmenkredit von 19,8 Millionen Franken für ein neues Verwaltungsgebäude bewilligt. Dieses sollte für mehrere Verwaltungsstellen und die Gerichte die angespannte räumliche Situation lösen.

Das Baugesuch für das neue Verwaltungsgebäude wurde im Februar 2023 eingereicht. Die Baukommission Inneres Land hiess dann aber im Februar 2025 drei von vier Einsprachen gegen das Vorhaben gut.

Das Bau- und Umweltdepartement habe dagegen Rekurs bei der Standeskommission erhoben, schreibt der Kanton weiter. Im Rahmen des hängigen Rekursverfahrens habe die Standeskommission das Gutachten bei der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und der eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) eingeholt.

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