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Keystone-SDA | Donnerstag, 09. Juli 2026

Argentinien und die Parallelen zur WM 1990

Bislang mausert sich Spanien wie beim Titelgewinn 2010 mit sattelfester Defensive durch den WM-Parcours. Parallelen gibt es indes vor allem zur WM 1990. Die Schweiz muss hoffen, dass sie enden.

Wie ein Leser des britischen "Guardian" aufmerksam feststellte, startete Argentinien damals wie heute als Titelverteidiger holprig ins Turnier. Der Weltmeister überstand heikle Duelle gegen afrikanische Gegner und erreichte trotz wenig überzeugender Leistungen die Viertelfinals. Angeführt wurde die Mannschaft von ihrem alternden "Gott" mit der Nummer 10, Diego Maradona - diesmal ist es Lionel Messi.

Frankreich wie Deutschland 1990?

Auch sonst erinnert der Turnierverlauf an Italien 1990: Deutschland, der Finalverlierer von 1986, dominierte das Turnier zunächst ähnlich wie diesmal Frankreich, der unterlegene Finalist 2022. Brasilien schied wie vor 36 Jahren bereits im Achtelfinal aus, nachdem die Seleção mit ihrem defensiven Spielstil kaum überzeugt hatte.

In den Viertelfinals stehen erneut sechs europäische Teams, eines aus Südamerika und eines aus Afrika. Sogar Kap Verde weckt Erinnerungen: Wie Irland 1990 erreichten die Afrikaner ohne einen Sieg die K.o.-Phase und wurden damit zur grossen Überraschung des Turniers. Null Siege, vier Unentschieden - und trotzdem Helden, die das Bild ihres Landes nachhaltig veränderten. 1990 war es Irland, diesmal ist es Kap Verde.

Vier Ex-Weltmeister auf Kurs

Wie damals gehen auch diesmal alle vier verbliebenen Ex-Weltmeister als Favoriten in ihre Viertelfinals. Das letzte Mal, dass unter den letzten vier Mannschaften vier ehemalige Weltmeister standen war...1990. Und das letzte Mal, dass England mit so viel Leidenschaft und Stolz spielte, dass sich das ganze Land neu in seine Nationalmannschaft verliebte, war...ebenfalls 1990.

Zum zweiten WM-Titel in Folge brachte es Argentinien 1990 nicht. Die Schweiz muss gleichwohl hoffen, dass die Parallelen spätestens in der Nacht auf Sonntag enden: Vor 36 Jahren setzten sich die Argentinier im Viertelfinal gegen Jugoslawien im Penaltyschiessen 3:2 durch (0:0 nach 120 Minuten) und unterlagen erst im Final Deutschland (0:1).

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