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Audrey Werro krönt ihr Sturz-Drama mit Gold
Audrey Werro gewinnt im mit Spannung erwarteten 800-m-Final der EM in Birmingham Gold. Ein Traumlauf.
Die Schweizerin sorgt von Beginn weg für ein horrendes Tempo. Auf der Zielgeraden wehrte sie den Angriff von Olympiasiegerin Keely Hodgkinson ab, Femke Broeders-Bol holte Bronze.
In 1:54,81 Minuten kam die Freiburgerin nicht ganz an den Weltrekord heran. Hodgkinson hatte zwei Zehntel Rückstand, Broeders-Bol eine halbe Sekunde. Das angekündigte "Rennen des Jahres" hielt, was es versprochen hatte.
Voller Angriff
Statt taktischem Abwarten gab es vom Start weg eine Tempohatz. Und es war Werro, die dafür sorgte. Von Bahn 9 aus ging sie an die Spitze. Sie wollte weder Hodgkinsons Meisterschaftserfahrung zur Geltung kommen lassen noch Broeders-Bol die Möglichkeit geben, ihre Schnelligkeit für einen kurzen Schlussspurt aufzusparen. Werro zog das Feld auseinander und machte aus dem EM-Final ein Rennen gegen die Uhr - und gegen die beiden prominentesten Konkurrentinnen.
Schon nach 200 m waren die Absichten klar, bei Rennhälfte lag das Feld weit auseinander. 56,5 Sekunden bedeuteten aber nicht Weltrekordkurs. Werro führte weiterhin vor Hodgkinson und Broeders-Bol und hielt das Tempo auch in der zweiten Runde hoch. Die Frage war längst nicht mehr, ob schnell gelaufen würde. Die Frage lautete: Wie lange kann Werro dieses Tempo durchziehen?
Konter auf der Zielgeraden
Eingangs der letzten Kurve verschärfte die Britin noch einmal das Tempo. Hodgkinson schien aufzuschliessen, doch Werro konterte. Hodgkinson konnte die kleine Lücke zu Werro nicht mehr schliessen. Und für Broeders-Bol war das Ganze dann doch zu schnell. Die Niederländerin, die erst in dieser Saison von den 400 m Hürden auf die 800 m gewechselt hatte, konnte zum Schluss nicht mehr in den Zweikampf eingreifen.
Der Weltrekord von Jarmila Kratochvilova überstand allerdings auch den Angriff von Birmingham. Die 1:53,28 Minuten der Tschechin aus dem Jahr 1983, die nach Werros zwei Läufen unter 1:54 in diesem Sommer wieder verstärkt in den Fokus gerückt waren, blieben ausser Reichweite.
Für Werro ist Gold dennoch der Höhepunkt in einer aussergewöhnlichen Saison. Noch im Halbfinal war ihr EM-Traum nach einem Sturz beinahe vorbei gewesen. Erst die Nachnomination brachte sie zurück ins Rennen um die Medaillen. Im Final versteckte sie sich nicht, sondern bestimmte vom ersten Meter an das Geschehen.

















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